Mittelstand will trotz schlechter Konjunktur Jobs schaffen

Jedes dritte Unternehmen will neue Mitarbeiter einstellen. Der Fachkräftemangel hält Mittelständler zudem dazu an, hochqualifizierte Angestellte im Unternehmen zu halten. Die internationalen Krisen führen jedoch dazu, dass nicht genug investiert wird.

Trotz trüber Geschäftsaussichten wollen viele deutsche Mittelständler ihr Personal aufstocken. Jeder dritte Betrieb plane, in den nächsten sechs Monaten neue Jobs zu schaffen, teilte die Finanz-Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken am Montag zu einer Umfrage unter rund 1.500 Firmen mit. Grund dürfte der Fachkräftemangel sein. Denn die Unternehmen versuchten nicht nur, ihre Mitarbeiter zu halten, sondern „greifen gerne zu“, wenn sich ihnen die Chance auf qualifiziertes Personal biete. Auch die Forscher des gewerkschaftsnahen IMK-Instituts rechnen 2015 mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau in der gesamten Wirtschaft. Die Zahl der Erwerbstätigen werde um 280.000 steigen, nach einem Plus von rund 370.000 in diesem Jahr.

Zugleich werde die Zahl der Arbeitslosen 2014 um rund 50.000 auf 2,9 Millionen sinken und im nächsten Jahr durchschnittlich um weitere 64.000 zurückgehen, erklärten die Düsseldorfer Wirtschaftsforscher zu ihrer neuen Konjunkturprognose. Sie trauen der Wirtschaft im nächsten Jahr ein Wachstum von 1,6 Prozent zu, nach 1,5 Prozent in diesem Jahr. „2014 war konjunkturell ein Jahr der großen Gefühle”, sagte IMK-Direktor Gustav Horn. „Wir haben fast alles gesehen: Euphorie im Frühjahr, dann eine drastische Eintrübung und im Herbst sogar Rezessionsängste.” Unter dem Strich habe sich die deutsche Wirtschaft in einem schwierigen Umfeld gut behauptet – vor allem, weil eine stabile Konsumnachfrage ein Schwächeln bei Exporten und Investitionen wettgemacht habe.

Dennoch trübte sich bei vielen Firmen wegen der internationalen Krisen die Stimmung ein. „Mehr als 28 Prozent der Mittelständler sind vom Ukraine-Konflikt betroffen”, hieß es in der Studie der Genossenschaftsbanken. Auch die Logistik-Wirtschaft sieht die geopolitischen Konflikte als größte Gefahr für den Geschäftserfolg 2015.

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  1. R. S. sagt:

    Schön wäre es, zu erfahren, welche Firmen konkret suchen. Ich habe einen Uni-Abschluss in Physik und würde sehr gerne im Mittelstand arbeiten.