Bahn zahlt Lokführern 510 Euro und wendet Streiks ab

Die Lokführer erzielen im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn einen Teilerfolg. Sie erhalten eine Einmalzahlung von 510 Euro. Die angedrohte Streikwelle ab Januar ist damit abgesagt. Über höheres Gehalt verhandeln die Konfliktparteien erst im Januar.

Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben bei ihren monatelangen Tarifverhandlungen überraschend eine Teileinigung erzielt. Für das Jahr 2014 sei für alle GDL-Mitarbeiter eine Einmalzahlung von 510 Euro vereinbart worden, teilten GDL-Chef Claus Weselsky und Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Mittwoch nach Verhandlungen in Berlin mit. Der Betrag solle im Februar ausgezahlt werden. Über Lohnerhöhungen für 2015 werde ab Januar weiter verhandelt. Weselsky bezeichnete das Ergebnis als Durchbruch.

Weber sprach hingegen von einem Zwischenergebnis, mit dem Streiks abgewendet worden seien. „Das ist kurz vor Weihnachten eine gute Nachricht für unsere Kunden und Mitarbeiter“, sagte er. Wie Vertreter beider Seiten betonten, hat die Bahn alle Vorbedingungen für die weiteren Gespräche fallengelassen. Im Gegenzug habe die GDL auch die eigenen Forderungen etwa zur Verringerung der Wochenarbeitszeit gesenkt, sagte Weselsky. Das Jahr 2014 sei mit der Einmalzahlung abgegolten.

Einmalzahlungen gehen allerdings nicht in die Tarifverträge ein und wirken nicht langfristig. Das wäre der Fall gewesen, wenn sich die Konfliktparteien auf eine prozentuale Gehaltserhöhung für die GDL-Mitglieder geeinigt hätten.

Bahn-Vorstand Weber sagte, der Konzern habe der größeren Gewerkschaft EVG ein inhaltsgleiches Angebot unterbreitet und hoffe, auch mit ihr rasch eine Einigung zu erzielen. Die nächsten Verhandlungsrunden sollen am 19. Januar in Berlin und am 28. Januar in Frankfurt stattfinden.

Die GDL hatte ohne ein Entgegenkommen der Bahn mit einer Streikwelle ab dem 11. Januar gedroht. Bereits im Oktober legte sie mit dem längsten Streik der Bahn-Geschichte den Schienenverkehr tagelang weitgehend lahm. Weselsky hatte von der Bahn ein deutlich verbessertes Angebot bis zu diesem Mittwoch gefordert.

Bei der Auseinandersetzung geht es nicht nur um Geld. Die GDL will nicht mehr allein für Lokführer, sondern auch für ihre Mitglieder unter den Zugbegleitern, dem Zugrestaurant-Personal und bei Rangierführern eigene Verträge abschließen. Die konkurrierende EVG lehnt aber Verhandlungen über eine neue Tarifstruktur ab. Außerdem will sie als Reaktion auf den GDL-Vorstoß auch für die Lokführer unter ihren Mitgliedern sprechen.

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