Schweizer Notenbank führt Negativzinsen ein

Die Schweizerische Nationalbank will Bank-Kunden aus dem Franken treiben und hat Negativ-Zinsen auf Girokonten verordnet. Betroffen sind zunächst Konten ab einem Freibetrag von zehn Millionen Franken.

Der drohende Kollaps der russischen Wirtschaft, der Ölpreisverfall und die unsichere politische Lage in Griechenland zwingen die Schweizer Währungshüter zum Handeln. Weil verunsicherte Anleger ihr Geld massenhaft in den „sichern Hafen“ Franken tragen und die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) festgelegte Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken unter Druck kam, führt die Notenbank Negativzinsen ein. Große Guthaben auf Girokonten der Notenbank werden künftig mit Strafzinsen von 0,25 Prozent belastet, teilte die SNB am Donnerstag mit.

„In den letzten Tagen haben verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt“, erklärten die Währungshüter. „Die Einführung von Negativzinsen macht das Halten von Frankenanlagen weniger attraktiv und unterstützt damit den Mindestkurs.“

Die SNB strebt damit an, dass ihr Referenzzins Dreimonats-Libor in den negativen Bereich fällt. Das Zielband für den Dreimonats-Libor wird deshalb auf minus 0,75 bis plus 0,25 Prozent ausgedehnt. Der Negativzins wird auf Guthaben erhoben, die einen Freibetrag von zehn Millionen Franken pro Kontoinhaber übersteigen. Der Zins gilt ab dem 22. Januar 2015.

Dem Franken droht indes weiterer Aufwertungsdruck. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte im Kampf gegen die Wirtschaftsflaute und eine Deflation in der Euro-Zone im kommenden Jahr zum Kauf von Staatsanleihen schreiten – im Fachjargon Quantitative Easing (QE) genannt.

Die SNB bekräftigte, dass sie die Euro-Kursuntergrenze weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen wolle. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich nach der SNB-Ankündigung merklich und wurde zuletzt zu Kursen um 1,2070 Franken gehandelt.

 

Kommentare

Dieser Artikel hat 3 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Gandalf sagt:

    Wer glaubt denn noch das der Schweizer Franken eine sichere Währung ist? Mit dem künftigen Bankrott der UBS ist auch die Schweiz pleite! Mit dieser Maßnahme steht die Schweiz wieder ein Stück näher am Abgrund.

  2. Toddi sagt:

    Na also, da haben die Jungs von der Schweizer Goldinitiative in der Argumentation recht gehabt.
    Schade das die Schweizer sich von dem Kapital und der Medienmafia einlullen laßen haben.
    Dafür gibt es jetzt das dicke Ende für den Franken.
    Die reichen Oligarchen pumpen Ihr Vermögen in den neutralen Finanz-Hafen Europas. Damit hat wohl die Schweizer National Bank nicht gerechnet…..

    • Gregor sagt:

      Damit hat wohl die Schweizer National Bank nicht gerechnet…..

      Deswegen gibt ja Negativzinsen auf Girokonten -> das heizt die Assetpreisinflation gehörig ein … die wird ja „willentlich“ nicht in die offizielle Inflationsmessung eingepreist, sonst könnte man ja höhere Löhne fordern ….

      Pumpen, was das Zeugs hergibt und die Blase platzt!

      SMI + 2,68% im auf dem alternativlosen Weg nach oben!?