Österreichs Gewerkschaft kritisiert Amazon-Management

Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier mischt sich in den Tarikstreit bei Amazon ein

Österreichs Gewerkschaft fordern ein Entgegenkommen von des Amazon-Konzerns auf ihre Beschäftigten. Das wäre auch ein Signal gegen das Lohndumping in der EU. „Wir können aufgrund der großen Distanz zwar nicht vor Ort sein wie Kollegen der Solidarnosc aus Polen, die den Streik der Beschäftigten von Amazon in Deutschland unterstützen, aber wir sind solidarisch verbunden“, kommentiert Wolfgang Katzian, Vorsitzender der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier).

Der Arbeitskampf bei Amazon, an dem sich zwischenzeitlich mehr als 2.500 Menschen an mehreren Standorten beteiligen, wird sich vermutlich weiter ausweiten. Die Gewerkschaft Verdi weitete am Dienstag ihre Streiks auf sechs Standorte aus. Amazon zeigte sich aber auch davon unbeeindruckt und versicherte, dass es keinerlei Engpässe gebe. „Wir bieten ein attraktives Vergütungspaket”, wies eine Sprecherin des Konzerns die Forderung Verdis erneut zurück, über höhere Löhne zu verhandeln. „Die Streiks werden nicht nachlassen”, kündigte unterdessen die Gewerkschaft an.

Der Arbeitskampf schwelt bereits seit Ostern 2013. Die Gewerkschaft fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Der US-Konzern dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird. Bei Amazon könnten die Beschäftigen bereits nach wenigen Tagen der Einarbeitung 2.000 Euro brutto verdienen, betont das Unternehmen.

„Es ist schlicht inakzeptabel, dass ein Konzern von der Größe Amazons sich einerseits mit der Hilfe gefinkelter Abkommen das Zahlen von Steuern in Deutschland ersparen zu scheint und andererseits auf seiner Weigerung beharrt, die Beschäftigten, die mit ihrer Arbeit für den Erfolg des Konzerns mitverantwortlich sind, nicht nach dem richtigen Tarifvertrag zu entlohnen“, so Katzian.

Auch in Österreich müsse überprüft werden, ob Online-Händler wie Amazon nicht auch von unklaren Verordnungen, wie beispielsweise bei den Rahmenbedingungen für die Entsorgung von Elektrogeräten, profitieren würden. In der GPA-djp werde man in nächster Zeit den offenbar fragwürdigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Onlinehandel nachgehen.

Auch wenn das Unternehmen betont, Einkommen zu zahlen, die in der Logistikbranche üblich wären, unterstützt die GPA-djp die Forderung von verdi, die Betroffenen nach dem Tarifvertrag für den Einzelhandel zu beschäftigten. „Vom korrekten Tarifvertrag würden nicht nur die Beschäftigten bei Amazon profitieren, das wäre auch ein sehr wichtiges Signal, dem Lohndumping in Europa endlich einen Riegel vorzuschieben“, so Katzian abschließend.

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