Österreich: Rubel-Crash stärkt Attraktivität des Euro

Umfrage-Ergebnisse des OeNB-Barometers zeigen, dass die Attraktivität des Euro bei den Bürgern gestiegen ist. Ein Grund dürfte die Talfahrt des Rubel sein. Eine drohende Staatspleite Russland dürfte indes auch die Euro-Zone in Mitleidenschaft ziehen.

Jüngste Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Österreicher mit dem Euro zufrieden ist und sich dessen Fortbestehen wünscht. Die Befragten befürworten eine vertiefte Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union (EU), um die Stabilität der gemeinsamen Währung zu stärken, berichtet die Österreichische Nationalbank.

Die Ergebnisse des Euro-Barometers zeigen, dass die Einstellung der österreichischen Bevölkerung zum Euro mehrheitlich positiv ist. 64 Prozent der Befragten sind mit dem Euro zufrieden. Darüber hinaus wird der Euro von einer überwiegenden Mehrheit auch durchwegs als stabil eingeschätzt: 86 Prozent der Befragten rechnen damit, dass es den Euro auch noch in fünf Jahren geben wird und 77 Prozent halten dies auch für wünschenswert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verunsicherung hinsichtlich des Fortbestehens der gemeinsamen Währung in den letzten drei Jahren deutlich rückläufig ist. Während Ende 2011 noch rund ein Drittel der Bevölkerung eine eigene nationale Währung befürwortete, ist es heute nur mehr ein Fünftel.

Der Großteil der Bevölkerung hält nicht den Euro für die Ursache der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise. Vielmehr werden von den Befragten die hohe Staatsverschuldung einiger EU-Länder (83 %) sowie internationale Finanzspekulationen (80 %) verantwortlich gemacht.

Demgemäß erwartet auch nur eine Minderheit eine Verbesserung der wirtschaftlichen und budgetären Situation Österreichs durch einen Ausstieg aus der Währungsunion. Zwei Drittel der Befragten hält nichts von einem Ausstieg aus dem Euroraum, wobei dieser Anteil in den vergangenen drei Jahren stetig gestiegen ist.

Die Österreicherinnen und Österreicher (77 %) plädieren vielmehr dafür, dass die EU-Länder noch stärker als bisher an einem gemeinsamen Strang ziehen, um die Stabilität des Euro zu sichern. Innerhalb der letzten Monate hat sich diese Sichtweise noch erhöht (+ 5 Prozentpunkte). Der infolge des niedrigen Ölpreises an Wert verlierende Rubel könnte die Attraktivität des Euro erhöht haben.

Der Absturz des Rubel sorgt dafür, dass die Russen ihre Rubel wechseln und sich mit langlebigen Gütern wie Möbel, Autos und Schmuck eindecken, bevor diese teurer werden. Angesichts der drohenden Staatspleite tauschen die Russen ihre Pensionen und Ersparnisse in Fremdwährungen um. Trotz einer drastischen Zinserhöhung in Russland rutscht der Rubel immer stärker ab und beschwört die Gefahr einer erneuten Staatspleite Russlands herauf. Sollte es so weit kommen, würde dies auch die Euro-Zone in Mitleidenschaft ziehen.

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