Industrie: Nachfrage nach schweren Lastern bricht EU-weit ein

Die Nachfrage nach schweren Lkw ist EU-weit um 20 Prozent eingebrochen. Industriebetriebe steigern ihre Produktion kaum noch. Die sinkenden Energiepreise könnten sich über den Jahreswechsel jedoch positiv für die Unternehmeen auswirken.

Die Nachfrage nach schweren Lkw ist im November stark zurückgegangen. In der Europäischen Union wurden im vergangenen Monat nur noch knapp 18.000 Laster neu zugelassen, ein Rückgang von 20,7 Prozent, wie der Herstellerverband ACEA am Freitag mitteilte.

Der Verband begründete den Einbruch mit der ungewöhnlich hohen Nachfrage im Vorjahresmonat. Damals deckten sich viele Speditionen noch rasch mit neuen Fahrzeugen ein, bevor Anfang 2014 verschärfte Abgasnormen in Kraft traten, die die Laster verteuerten. Zwischen Januar und November 2014 rollten gut 200.000 neue Lkw auf Europas Straßen, ein Plus von 1,5 Prozent.

Die Industrie in der Euro-Zone kommt derzeit kaum vom Fleck. Die Betriebe in den 18 Ländern steigerten ihre Produktion im Oktober lediglich um 0,1 Prozent zum Vormonat, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte. Ein Hauptgrund für die unerwartet schwache Entwicklung war allerdings, dass Energieunternehmen wegen der milden Witterung 1,9 Prozent weniger erzeugten. In allen großen Ländern der Währungsunion fiel die Produktion schwach aus. „Besonders enttäuschend war das Ergebnis dabei in Frankreich“, sagte BayernLB-Experte Johannes Mayr. Dort ging die Produktion um 0,9 Prozent zurück. Aber auch in Italien (-0,1 Prozent) und Spanien (-0,4 Prozent) sank die Produktion zum Vormonat, während sie in Deutschland stagnierte.

„Die Industrie geht ohne Schwung ins Winterhalbjahr“, sagte Mayr. Sein Kollege Peter Vanden Houte von der ING-Bank betonte jedoch, der niedrige Euro-Kurs und der „dramatische Rückgang des Ölpreises“ würden der europäischen Industrie in den nächsten Monaten Rückenwind geben. In einigen kleineren Ländern fielen die Produktionszahlen deutlich positiver aus. In Irland gab es im Oktober ein Plus von neun Prozent, in Griechenland einen Anstieg um 2,5 Prozent.

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  1. kutscherkarl sagt:

    Die kommende Ölpreissteigerung wird daher bald drastisch ausfallen, denn die Öllobby hat noch nie irgendwas hergeschenkt. Also Vorsicht mit der Euphorie! Es wird >Europa umso härter treffen, da die Folgen dieser US-gemachten Destabilisierung Europas wird noch längere Zeit nachhallen und mit einer Ölpreissteigerung synergieren.
    Also ist jetzt Zeit für U,stieg auf E-Fahrzeuge! Auch der Selbstbau ist DIY möglich: