NRW kauft neue Steuer-CD über Schweizer Bankkunden

Nordrhein-Westfalen hat wohl erneut Kundendaten eines Schweizer Geldhauses gekauft. Auf den Datenträgern sollen Informationen über mehrere Tausend deutsche Kunden befinden. Parallel dazu habe es in der vergangenen Woche in Nordrhein-Westfalen Schwarzgeld-Razzien bei Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse gegeben

Nordrhein-Westfalen hat nach einem Bericht der Bild am Sonntag erneut Kundendaten eines Schweizer Geldhauses gekauft. Auf den Datenträgern sollen sich dem Bericht zufolge Informationen über mehrere Tausend deutsche Kunden befinden, die bei der Bank Konten mit bis zu fünf Millionen Euro führen. Die Steuerfahndung Wuppertal werte die Daten aus. Parallel dazu habe es in der vergangenen Woche in Nordrhein-Westfalen Schwarzgeld-Razzien bei Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse gegeben. Diese gingen auf eine im Jahr 2012 gekaufte Steuer-CD zurück, berichtete die Zeitung. Die nordrhein-westfälische Landesregierung lehnte am Sonntag mit Verweis auf das Steuergeheimnis eine Stellungnahme ab.

NRW hat seit 2010 mehrere CDs mit Datensätzen von Steuerhinterziehern gekauft. Seitdem haben sich nach amtlichen Angaben allein in dem Bundesland fast 19.000 Steuersünder selbst angezeigt. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans hat immer wieder ein hartes Vorgehen gegen Steuerbetrüger gefordert. Die Furcht vor der Entdeckung sei das wichtigste Motiv für eine Selbstanzeige, hatte der SPD-Politiker erklärt.

Auch in anderen Bundesländern hat die Zahl der Selbstanzeigen zugenommen. Ab dem 1. Januar werden die Voraussetzungen für eine Strafbefreiung verschärft. Außerdem steigt der Strafzuschlag für nachgezahlte Steuern. So sinkt die Grenze für die Straffreiheit von 50.000 auf 25.000 Euro zu zahlender Steuer. Bis zur Grenze von 100.000 Euro wird dann ein Strafzuschlag von zehn Prozent fällig, bei einer Hinterziehungssumme bis eine Million Euro 15 Prozent. Ab einer Million Euro steigt der Zuschlag auf 20 Prozent. Hinzu kommen Hinterziehungszinsen von sechs Prozent im Jahr, die sofort fällig werden. Bisher liegt der Strafzuschlag lediglich bei fünf Prozent.

Kommentare

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  1. Yupp sagt:

    Sagt mal – gibts diese CDs von Steuersündern in der Schweiz frei im Laden zukaufen? Wer verkauft diese CDs und von welcher Bank. Das stinkt doch zum Himmel.

    […]die bei der Bank Konten mit bis zu fünf Millionen Euro führen. Was ist mit den Kunden die mehr als 5Million auf dem Konto haben?

  2. Jonas steiner sagt:

    Und wo bleibt da endlich eine Strafanzeigen gegen die beteiligten Staatsdiener wegen Hehlerei oder zumindest Anstiftung zu einer Straftat? Rechtlich gesehen leben wir ja wohl in einem ziemlichen Scheissland.

  3. Kraft Los weg sagt:

    Erneut macht sich der Staat mit Dieben gemein.
    Politischer Alltag eben in Deustchland.

  4. Gandald sagt:

    Zu spät!

  5. Mittelstand sagt:

    Was soll da noch zu holen sein? Seit Jahren bekommt man auf Schweizer Kundenkonten um die 0,2 % Zins…Bei 1 Mio. CHF Kontoguthaben wären das rund 2.000 CHF … da lohnt es sich ja nicht mal einen Steuerbescheid darauf zu erstellen. Selbst bei Kunden -wie oben beschrieben- die 5 Mio. CHF angelegt haben, bleiben 10.000 CHF Zinseinkünfte, abzüglich der Bankkosten/Kontoführungsgebühren und ggf. Verluste aus miesen Fondsanlagen usw.
    Ich denke der Punkt ist erreicht, wo der Steuerzahler mehr für eine CD bezahlt, als das Land NRW letztendlich an Steuereinnahmen daraus generiert. Sollte dies der Fall sein, so geht das Ankaufen der CD´s mehr in Richtung “ Untreue „, als man damit Steuerflüchtlinge ggf. dingfest macht. Selbstverständlich hat diese Show den Hintergrund möglichst viele Selbstanzeigen zu provozieren…..