IWF: Ölpreisverfall ist wie Fitnessspritze für Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem kräftigen Konjunkturschub durch anhaltend niedrige Ölpreise. Starke Auswirkungen erwarten die Ökonomen insbesondere für China, dessen Wirtschaft nach ihrer bisherigen Schätzung 2015 um 7,1 Prozent wachsen wird.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem kräftigen Konjunkturschub durch anhaltend niedrige Ölpreise. Die Weltwirtschaft könnte im kommenden Jahr um bis zu 0,7 Prozentpunkte stärker wachsen als bislang erwartet, erklärten IWF-Ökonomen am Montag in einem Blog. Sie gehen davon aus, dass die Ölpreise nach dem drastischen Rückgang in den vergangenen Monaten dauerhaft tief bleiben werden. „Insgesamt betrachten wir dies als Fitnessspritze für die globale Konjunktur“, erläuterten IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard und Rohstoffexperte Rabah Arezki. Ihre aktuelle Wachstumsprognose liegt bei 3,8 Prozent. Durch den Ölpreiseffekt könnten demnach 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte hinzukommen.

Starke Auswirkungen erwarten die beiden Ökonomen insbesondere für China, dessen Wirtschaft nach ihrer bisherigen Schätzung 2015 um 7,1 Prozent wachsen wird. Hier sehen sie ein zusätzliches Potenzial von 0,4 bis 0,7 Prozentpunkten und für 2016 sogar von 0,5 bis 0,9 Prozentpunkten.

Nach Ansicht der IWF-Experten ist der Ölpreisrückgang zu größten Teilen auf die gute Versorgungslage zurückzuführen. Zugleich warnen sie allerdings auch, der Preisverfall erhöhe die Risiken für die Stabilität im Finanzwesen, unter anderem wegen des Wechselkurseinbruchs in Ölförderländern wie Russland.

Kommentare

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  1. Der Biehl sagt:

    Jetzt wo die Rohstoff- und Russlandmärkte am Boden sind wird an dem Fussvolk vorbei Kräftig Antizyklisch Investiert, ist die Krise vorbei, so gehen die Russland Aktien etc. wieder hoch, das gleiche passiert dann am riesigen Weltweiten Rohstoffmarkt. Interessant ist das US Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit Russland, natürlich nicht in den öffentlichen Medien verstärken. Während die EU verzichtet.
    Würde mich nicht wundern wenn in einem Jahr USA und Russland feststellen das man sich auf einmal einigen kann, die Reichen sind dann natürlich nur versehentlich Reicher geworden, die Armen immer Ärmer. US- und China Unternehmen haben dann in Russland irgendwie, versehentlich natürlich mehr Marktmacht als die EU. Und was Interessiert Ost- und Südeuropa, deren Wirtschaftskrise hängt zufällig nicht an der USA oder China sondern bei uns.
    Die USA wird Russland nicht beseitigen können, aber sie können gut daran verdienen. Und in dem Fall sind sich dann alle einig.

  2. kutscherkarl sagt:

    Die Ölpreise werden den derzeitigen Verfall bald wieder einbringen, denn dioe Öllobby hat nix zu verschenken, sie wollen auch nur Russland eine Schaden zufügen. Daher ist jedes derzeit angeschafftes Elektrovehikel, ein Schritt in die richtige Richtung.
    Dass der Selbstbau von elktrisch Getriebenen möglich und erfolgreich ist, zeigt die Seite
    http://eckieok.wordpress.com/ aus Schrott und neuen Nabenmotoren gebaut!

  3. popper sagt:

    Auf solche Behauptungen können wirklich nur Neolberale kommen. Denn schränken die Öl-Produzenten ihre Nachfrage nach allen anderen Gütern wegen ihres Einkommensrückgangs genauso stark ein, wie die Konsumenten ihre Nachfrage dank Einkommensausweitung ausweiten, passiert nichts: Die globale konjunkturelle Lage bleibt, wie sie ist, es gibt „nur“ starke regionale Verschiebungen. Für Neoliberale ist die Welt immer nur so, wie sie sie gerne sehen wollen. Saldenmechanische Zusammenhänge kennen sie nicht und wollen sie nicht kennen.

  4. Wolfram sagt:

    Da haben die Volkswirte beim IFW offenbar nicht verstanden, dass bei der Betrachtung der Welt insgesamt (globale Wirtschaft) eine Preisveränderung bei einem Gut (hier Rohstoff) garnicht zu einem „Konjunkturprogramm“ führen kann, weil es sich schlicht und ergreifend um eine Umverteilung von Vermögen handelt.
    Die Ölverkäufer erzielen geringere Einnahmen und können daher auch bei den Güterproduzenten weniger einkaufen. Ihre Nachfrage bei den Güterproduzenten sinkt. Die Ölkäufer (meist Güterproduzenten) müssen weniger für die gleiche Ölmenge bezahlen und können dadurch in gleichem Maße mehr kaufen. Wo soll da der globale Konjunkturstimulus sein? Zusätzliches globales Wachstum aus dem Ölpreisrückgang zu erwarten, das ist so, als ob man doch an Münchhausens Story glaubt, man könnte sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf ziehen.