Russland erhebt Exportzölle auf Weizen

Die russische Regierung bekämpft höhere Getreidepreise mit Weizenexport-Zöllen. So sollen die Preise für Weizen um 15 Prozent fallen. Die Maßnahme drosselt den Export und führt zu sinkenden Preisen auf dem russischen Binnenmarkt. Zuvor hatte Putin bereits den Preisanstieg bei Wodka gestoppt.

Die russische Regierung will den Anstieg der Getreidepreise mit Exportzöllen auf Weizen bekämpfen. Vom 1. Februar bis Ende Juni werden amtlichen Angaben zufolge für Ausfuhren pro Tonne mindestens 35 Euro fällig. Russland dürfte in diesem Jahr dank einer Ernte von 105 Millionen Tonnen der viertgrößte Weizenexporteur der Welt sein.

Der jüngste Wertverfall des Rubel hat die Ausfuhren zusätzlich angekurbelt. Vergangene Woche hatte die Regierung in Moskau jedoch informelle Exportkontrollen wie etwa eine strengere Qualitätssicherung eingeführt, um den Inflationsanstieg zu bremsen. Die neuen Zölle sollen nach Angaben des Russischen Weizenverbandes dazu beitragen, dass die heimischen Weizenpreise um 15 Prozent fallen. Dann könne die Regierung ihre Vorräte auffüllen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch von den Behörden eine Begrenzung des Preisanstiegs bei Wodka gefordert. Auf einem Treffen mit Vertretern der Regierung und der Gouverneure sagte Putin am Mittwoch, ein zu hoher Wodkapreis fördere die Schwarzbrennerei, und dieser Alkohol sei noch riskanter für die Gesundheit als der legal hergestellte.

Russland steckt wegen der westlichen Sanktionen, des niedrigen Ölpreises und des Rubelverfalls in einer Wirtschaftskrise, die für seine Bürger viele Härten mit sich bringt. Die Begrenzung des Wodkapreises könnte daher auch den Zweck haben, die Popularität Putins in dieser Lage zu festigen.

Wodka ist eine Art Nationalgetränk der Russen, das oft exzessiv konsumiert wird. Internationale Studien haben ergeben, dass ein Viertel aller russischen Männer vor den 55. Lebensjahr stirbt. Der Alkoholkonsum hat daran einen großen Anteil.

Der staatlich regulierte Preis für einen halben Liter Wodka stieg im Laufe eine Jahres um etwa 30 Prozent auf 220 Rubel (3,34 Euro).

Kommentare

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  1. kutscherkarl sagt:

    Seit Importsperre Russlands von Schweinefleisch, sind Fleischwaren in Österreich, spürbar billiger geworden. Auch diese Weizenexporte nach Afrika infolge dass dort keine Arbeiter die Getreidefelder bewirtschaften, wird Brot in Europa teurer.
    Deswegen werden diese jungen Abenteurer nach Europa gelockt, damit diese Bankster durch höhere Preise verdienen können! Dank EU und deren Gamgster.