Lkw-Kartell fliegt auf: Hersteller sprechen Preise seit 14 Jahren ab

Alle führenden Lkw-Hersteller Europas sind aktive Mitglieder eines 14 Jahre alten Kartells – darunter die VW-Töchter Scania, MAN, sowie DAF Trucks und Volvo. Die Lkw-Bauer sprechen Preise und Einführungs-Zeitraum von neuen Technologien untereinander ab. Innovationen wie Effizienz beim Spritverbrauch und bei CO2-Emissionen wurden verschleppt.

Führende europäische Lastwagenbauer haben einem Zeitungsbericht zufolge bereits seit 14 Jahren ein Kartell betrieben, um neue Technologien zur Emissionsreduzierung zu verzögern. Hersteller wie Daimler, Iveco, die Volkswagen-Töchter Scania und MAN, DAF Trucks oder Volvo hätten sich beim Zeitplan und den Preiserhöhungen bei der Einführung neuer Technologien abgesprochen, berichtete die FT unter Berufung auf Dokumente der Europäischen Kommission. Eine Sprecherin der Kommission wollte sich am Mittwoch dazu nicht äußern.

Ende November hatte die EU mitgeteilt, gegen Lkw-Hersteller wegen des Kartellverdachts vorzugehen. Damit erreichte das bereits seit vier Jahren laufende Verfahren eine neue Stufe. Die Lastwagenbauer bestätigten den Erhalt der Beschwerdepunkte. Daimler stockte jüngst seine Rückstellungen wegen der EU-Ermittlungen um 600 Millionen Euro auf.

Die Zeitspanne, indem das Kartell aktiv war, reicht von 1997 bis 2011. Alle Wettbewerber haben in vollem Umfang am Kartell teilgenommen. Insbesondere die Einführung neuer Emissions-Technologien wurde im Detail unter den Herstellern abgesprochen. Koordinierte Zeitpunkte und Preise haben zudem dazu geführt, dass die Lkw-Bauer wenig Fortschritte bei Innovationen wie Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen gemacht haben, bemängeln Kritiker.

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