Handwerkskammer fordert Bleiberecht und Ausbildung für Flüchtlinge

Die Handelskammer fordert ein Bleiberecht für Flüchtlinge, die sich bereit erklären, eine Ausbildung in Deutschland zu beginnen. Vielen Handwerksbetrieben fehlen Auszubildende. In 2014 sind allein aus Afrika über 3.000 Menschen auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen.

Der Präsident der Handwerkskammer Hans Peter Wollseifer hat Erleichterungen und ein begrenztes Bleiberecht für ausbildungswillige junge Flüchtlinge in Deutschland gefordert. „Unter den Flüchtlingen sind sehr viele mit guter Schulbildung, zum Beispiel aus dem Irak und Syrien, und viele, die großes praktisches Geschick haben“, sagte Wollseifer der der Rheinischen Post. Viele Handwerksbetriebe könnten schon jetzt Lehrlingsplätze nicht besetzen und würden gerne junge Flüchtlinge ausbilden.

„Wenn wir einen jungen Flüchtling ausbilden, muss aber auch klar sein, dass er über die gesamte Lehrzeit in Deutschland bleiben darf“, sagte Wollseifer, der auch Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) ist. Hier sei die Politik gefordert, denn die Betriebe bräuchten Planungssicherheit. „Die jungen Flüchtlinge müssen zweitens rasch Deutschkurse besuchen, um in Betrieb und Berufsschule mithalten zu können“, so Wollseifer.

Über Weihnachten sind fast 1250 Flüchtlinge aus Afrika aus dem Mittelmeer vor Italien gerettet worden. Nach Angaben italienischer Behörden vom Freitag wurden auch fünf Leichen geborgen. Schiffe aus Italien und anderen Ländern hätten die Flüchtlinge bei vier getrennten Operationen in den Gewässern zwischen Sizilien und Nordafrika aufgenommen. Die Menschen seien alle an Bord italienischer Marine-Schiffe nach Sizilien gebracht worden. Auch die Toten seien auf die Insel befördert worden. Ihre Todesursache blieb zunächst unklar.

Admiral Pier Paolo Ribuffo sagte dem Fernsehsender RaiNews24, die meisten Flüchtlinge befänden sich in relativ gutem Zustand. Eine Frau aus Nigeria habe auf dem Schiff der Marine am Weihnachtstag einen Jungen zur Welt gebracht. Die Flüchtlinge seien mit ihren Booten von Lybien aus in See gestochen, stammten jedoch mehrheitlich aus Zentralafrika. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind in diesem Jahr rund 3.200 Menschen bei dem Versuch gestorben, in der Hoffnung auf ein besseres Leben von Afrika aus Europa zu erreichen.

Kommentare

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  1. Leopold sagt:

    Aber selbstverfreilich. Und der Staat zahlt natütlich die Ausbildungskosten. So kommt man ohne Kosten zu Arbeitskräften.

  2. cocooning sagt:

    Nur „begrenztes Bleiberecht“? Ähm, was ist unter begrenzt denn gemeint?

    Ist das deutsche Handwerk denn schon so unattraktiv geworden?

    Etwa eine schlechte Bezahlung, usw.? Nur so als Vermutung…..hmmm.

    Ah, vielleicht wollen nur deshalb so viele Leute studieren.

  3. Siggi40.de sagt:

    +++ Deutschland hat mehr Niedriglöhner als Zypern und Bulgarien +++
    Deutschland ist Europameister der Billiglöhner. Anteilsmäßig jobben in der Bundesrepublik sogar mehr Menschen als im Krisenstaat Zypern. Von den Jobs profitieren die Arbeiter auch weiterhin nicht wirklich.

    Unter den 7,1 Millionen Beziehern von Niedriglöhnen hierzulande sind Geringqualifierte fast die Ausnahme: Mehr als 80 Prozent der Geringverdiener in Deutschland hätten eine abgeschlossene Berufsausbildung.

    Und wenn wir in Deutschland jetzt bereits über 10 Mio. Menschen haben, die dem Sozialstaat zur Last fallen, weil sie keinen anständigen Job bekommen, mit dem man seine Familie ernähren kann, dann sollen Zuwanderer, von denen die meisten nicht mal unserer Sprache mächtig sind, nicht vorhandene Arbeitsplätze auffüllen?? Das passt doch hinten und vorne nicht zusammen.
    Wir schaffen Deutschland ab, das passt eher!

  4. SoWieSo sagt:

    Hans Peter Wollseifer weiß nicht, was er redet!

    • Keine Ahnung oder Dummheit ? sagt:

      Der weiß ganz genau wovon er redet:
      Mit Null-Aufwand maximalen Profit einfahren.

  5. Bernhard sagt:

    Wer fordert, sollte einer Forderung nicht aus dem Wege gehen:

    Gewährleisten die Handwerksbetriebe eine Übernahme der AZUBIs?