Hoffen und Bangen im Mittelstand zum Jahreswechsel

Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, erwartet für das kommende Jahr bis zu 150.000 neue Jobs, die der Mittelstand schaffen könne. Allerdings dürfe die schwarz-rote Koalition die Bedingungen für die Unternehmen nicht noch mehr verschlechtern.

Der deutsche Mittelstand geht trotz Sorgen mit Zuversicht ins neue Jahr. Als Fazit einer Unternehmerbefragung formulierte der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, am Dienstag: „Die Ergebnisse lassen ein gutes 2015 erwarten – nicht wegen, sondern trotz der Politik der Bundesregierung“.

Wenn die schwarz-rote Koalition die Bedingungen für die Unternehmen zumindest nicht noch mehr verschlechtere, erwarte er bis zu 150.000 neue Jobs im Mittelstand. Andererseits sprach Ohoven von Unsicherheit bei kleinen und mittleren Firmen. Die Gründe dafür seien neue Lasten etwa durch den Mindestlohn. Zudem wirkten sich die Ukraine- und andere Krisen in der Welt ebenso aus wie Deflationsgefahren im Euro-Raum.

Angesichts dessen rechnet Ohoven, wie die Bundesregierung auch, mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent im kommenden Jahr. Mit seiner Kritik an „Wählerwohlfühlpaketen“ der großen Koalition zulasten der Firmen reihte sich Ohoven ein in die lange Reihe von Kritikern der Regierung in anderen Teilen der Wirtschaft. So hatte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer in einem Reuters-Interview vor neuen Reglementierungen gewarnt: „Notwendige Spielräume für die Unternehmen dürfen durch die Regierungskoalition nicht weiter eingeschränkt werden“, sagte er. „Zeitarbeit und Werkverträge müssen als moderne Beschäftigungsformen erhalten bleiben.“

In der traditionellen Jahresendumfrage des BVMW unter rund 2400 Mittelständlern erwarteten die Hälfte im nächsten Jahr einen Aufschwung. Ähnlich viele fürchten demnach aber auch einen Abschwung. Mehr als neunzig Prozent bewerteten ihre momentane Geschäftslage als „befriedigend oder besser“. Gut 37 Prozent rechneten mit steigenden Umsätzen. Ebenfalls mehr als ein Drittel planen nach der BVMW-Umfrage im kommenden Jahr zusätzliche Einstellungen, während gut die Hälfte ihre aktuelle Beschäftigtenzahl halten wollen. Außerdem gab nahezu jedes zweite Unternehmen an, es wolle seine Investitionen stabil halten. Gut 29 Prozent wollen sogar mehr investieren.

Zugleich plagen den Mittelstand Sorgen: So bezeichneten mehr als die Hälfte der Befragten die Sozial- und Wirtschaftspolitik der Regierung als „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Mehr als 80 Prozent bemängelten auch, die Regierung tue zu wenig, um die Mittelstandsbelange bei den Verhandlungen über das umstrittene Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) zum Tragen zu bringen. Ohoven sprach sich für TTIP aus, lehnte aber ab, darin auch private Schiedsgerichte zum Schutz von Investoreninteressen zu regeln. Was die Krisenbewältigung im Euro-Raum angehe, so stehe die „auf tönernen Füßen“. Mit Blick auf die aktuellen Turbulenzen im hochverschuldeten Griechenland sagte Ohoven: „Das ist ein Debakel, was da auf uns zukommt“.

Der BVMW vertritt nach eigenen Angaben über 270.000 mittelständische Unternehmen mit neun Millionen Beschäftigten.

Kommentare

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  1. Friedel Stumpf sagt:

    Immer erst WENN – DANN. Ich wuerde auch 500.000 Euro fuer einen guten Zweck spenden wenn mir die Regierung 1.000.000 zur Verfuegung stellt.

  2. Sklaventreiber sagt:

    In Wahrheit sucht Ohoven doch nur Billiglöhner, die sich gut ausbeuten lassen!

  3. SoWieSo sagt:

    Mario Ohoven will doch nur Sklavenjobs schaffen, sonst würde er nicht gegen den Mindestlohn hetzen!

    • Keine Ahnung oder Dummheit ? sagt:

      Im Gegensatz zu Herrn Ohoven wusste bereits Henry Ford kurz nach der Jahrhundertwende zum 20. JH dass Autos keine Autos kaufen.
      So kaufen Niedriglöhner ( auch Facharbeiter genannt ) ganz sicher keine
      Autos und auch keine anderen hochtechnisierten Produkte.

      Aufwachen, Herr Ohoven sonst trifft Gorbatschos Spruch zu:

      „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“