Henkel plant weitere Übernahmen

Der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller Henkel sieht im neuen Jahr Spielraum für weitere Zukäufe. "Auch für die Zukunft schließen wir kleine, mittlere oder auch größere Übernahmen nicht aus", sagte Aufsichtsratschefin Bagel-Trah. Vor allem den Bereich Haarpflege wolle der Konzern demnach weiter ausbauen.

Der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller Henkel sieht im neuen Jahr Spielraum für weitere Zukäufe. „Auch für die Zukunft schließen wir kleine, mittlere oder auch größere Übernahmen nicht aus“, sagte Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah der Welt am Sonntag. „Bei den Konsumgütern wollen wir uns dort noch besser aufstellen, wo wir schon gut sind“, sagte die Managerin. „Im Bereich Haar sind wir beispielsweise mit Pflege, Styling und Colorationen führend. Das ist etwas, das wir weiter ausbauen möchten.“

Im vergangenen Jahr hat Henkel rund 1,7 Milliarden Euro für Zukäufe ausgegeben. So erwarben die Düsseldorfer für 270 Millionen Euro in den USA mehrere Haarpflege-Unternehmen vom Finanzinvestor TSG Consumer Partners. Das Waschmittelgeschäft rund um die Marke Persil stärkte Henkel mit der Übernahme der französischen Spotless Group für rund 940 Millionen Euro. Ende November hatte Reuters erfahren, dass der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble den Verkauf seiner Haarpflege-Sparte Wella für rund sieben Milliarden Dollar erwägt.

„Bei Klebstoffen wollen wir unsere Technologieführerschaft sichern und erweitern“, sagte Bagel-Trah. Der Pritt-Hersteller hatte die Klebstoffsparte 2008 mit seinem bislang größten Zukauf ausgebaut: Damals zahlte der Konzern rund 3,7 Milliarden Euro für Geschäfte des Konkurrenten National Starch, durch die Henkel vor allem sein Geschäft mit der Industrie ausbauen konnte.

Mit Sorge beobachte Henkel, was in Russland passiert. „In Russland haben wir etwa 2500 Beschäftigte, in der Ukraine knapp 1000. Russland ist zudem unser viertgrößter Markt“, sagte Bagel-Trah. Noch seien die Auswirkungen eher indirekt. „Wenn zum Beispiel kein Obst mehr nach Russland geliefert werden kann, werden wir nicht mehr beauftragt, Klebstoff für die Verpackungen zu liefern.“ Wichtig sei, dass Henkel die Krisen in einigen Regionen in anderen Märkten ausgleichen könne.

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