Manager-Gehälter sind in Deutschland höher als in Großbritannien

Deutsche Konzerne können ihrem Management höhere Boni zahlen als Konkurrenten in Großbritannien. Per Gesetz müssen sich die Boni in Deutschland am Erfolg des Unternehmens orientieren. Seitdem gibt es zusätzlich zu den normalen Zahlungen auch langfristige Boni-Systeme, die das Gehalt der Manager haben anschwellen lassen.

Die am besten bezahlten Top-Manager der Börsen-Unternehmen kommen nicht mehr aus Großbritannien, sondern aus Deutschland. Die steigende Nachfrage nach Produkten aus Deutschland und gesetzliche Rahmenbedingungen haben die Boni der Topmanager in die Höhe schnellen lassen. In Großbritannien üben die Investoren hingegen Druck auf das Management aus, die Bonuszahlungen werden hier eher gekürzt.

Eine Studie der Vlerick Business School in Belgien untersucht die 500 größten, börsennotierten Unternehmen, die nicht im Finanzsektor angesiedelt sind. Deutsche Manager holen beim Gehalt auf, weil die langfristige Bonus- und Gehaltsstruktur in deutschen Konzernen mehr abwirft. Seit 2009 muss sich das Gehalt der Manager näher am Erfolg des Unternehmens orientieren. Gemessen wird der Erfolg unter anderem an dessen Börsenwert. Diese Rahmenbedingungen haben die Gehalts- und Bonusstruktur für das Management in Deutschland um langfristige Anreizmodelle erweitert, ohne dabei die gewohnt hohen, kurzfristigen Boni zu kürzen.

In Deutschland erhöhten etwa zwei Drittel aller Unternehmen die Vergütung des Managements im Jahr 2013. In Großbritannien gab es in dem Jahr für zwei Drittel aller Manager Gehaltskürzungen oder eine Nullrunde. Die Studie konnte belegen, dass es in Großbritannien kaum eine Relation zwischen Bonuszahlungen und Erfolg des Unternehmens gibt, so die FT.

Allgemein gilt jedoch die Regel: Je größer das Unternehmen, desto höher das Gehalt oder die Pension. Im Jahr 2013 haben alle Konzerne mit einem Wert von unter einer Milliarde Euro Gehaltskürzungen von 20 Prozent vorgenommen. Konzerne mit einem Börsenwert von über fünf Milliarden Euro konnten die Boni ihrer Manager im Schnitt um zwei Prozent steigern.

Traditionell verdiente das gehobene Management in Großbritannien – in Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu fünf Milliarden Euro – bislang stets mehr als in europäischen Nachbarstaaten. Insbesondere nach der Fusion von Daimler und Chrysler im Jahr 1998 wurde das Gefälle in der Entlohnungsstruktur in Deutschland und Großbritannien deutlich.

Doch der Spitzenplatz für große Unternehmen geht nun an Deutschland, wo Top-Manager im Schnitt 3,4 Millionen Euro verdienen. Die große Nachfrage aus China kommt deutschen Konzernen seit 2009 zugute. Investitionsgüter, Chemikalien und Autos sind beliebte Exportgüter.

Deutsche Konzerne müssen selbst Obergrenzen für die Boni ihrer Manager festsetzen. Der Bund hält sich raus, die EU jedoch will Manager-Gehälter begrenzen. Der Bonus für VW-Chef Martin Winterkorn für das Jahr 2011 hatte in Deutschland eine Debatte um Manager-Gehälter ausgelöst. Er ist noch immer der bestbezahlte Manager Europas.

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  1. Schmidt sagt:

    Ja klar wer sollte das verhindern?