Elektronik-Hersteller nutzen Fitness-Trend zur Entwicklung neuer Produkte

Smartphones werden billiger und bremsen das Wachstum in der Unterhaltungselektronik. Hersteller suchen nach Innovationen im Internet der Dinge. Neue Fitness-Geräte liegen im Trend. Smarte Armband-Uhren, Kaffee-Maschinen und Zahnbürsten liefern der Branche jedoch noch nicht den Weg zurück zu nachhaltigem Wachstum.

Neue Elektronikgeräte wie Wearables, Auto- oder Haushaltssysteme sollen der Branche zu neuem Wachstum verhelfen. Am Körper angebrachte Fitness-Geräte, die Herz- und Pulsschlag sowie Blutdruck messen können, sind im Kommen. Nach dem Ende des Smartphone-Booms sind Wearables die nächste Herausforderung für die Hersteller von Unterhaltungs-Elektronik.

Der weltweite Markt für elektronische Geräte ist 2014 nur um ein Prozent gewachsen. In den USA sind hochauflösende TV-Geräte ein Absatzschlager, in China hingegen gibt es eine große Nachfrage nach Smartphones, Tablets und neuem Zubehör. Die Nachfrage für Smartphones und Tablets ist in den entwickelten Märkten nahezu gesättigt. Die Preise sinken und setzen die Industrie unter Innovationsdruck.

In den vergangenen fünf Jahren sind die Preise für Smartphones von durchschnittlich 440 US-Dollar auf 275 Dollar gefallen. Neue Marktteilnehmer aus China wie Xiaomi und Coolpad produzieren hochwertige Geräte zu niedrigen Kosten.

Die Branche versucht zu reagieren. „Wir sehen eine Vielfalt von Innovationen im Raum der Unterhaltungselektronik“, sagt Shawn DuBravac, Chef der Consumer Electronics Association (CEA), die die Entwicklung und den Absatz von Unterhaltungselektronik weltweit untersucht.

Diese neuen Geräte können jedoch allemal Nischen für sich gewinnen, da sie meist speziell auf die Bedürfnisse von Individuen zugeschnitten sind. Wearables sind im Moment zum Beispiel überwiegend Fitness-Geräte wie Puls- und Herzschlagmesser, die spezielle Dienste an Universalgeräte wie Smartphones weiterleiten. Doch nicht jeder braucht so ein Gerät. Wearables werden höchstens ein Drittel des Absatzes erreichen, den Smartphones oder internetfähige TV-Geräte erreichen können.

Der Strukturwandel in der Industrie der Unterhaltungselektronik lässt sich an der Zahl der neu entstehenden Startups ablesen. Auf der am Dienstag startenden internationalen Messe für Unterhaltungselektronik, der CES in Las Vegas, wird es 59 Prozent mehr Unternehmen geben, die ihre Produkte im Bereich der am Körper angebrachten Elektronik vorstellen werden.

Den Durchbruch haben derzeit jedoch lediglich sieben verschiedene Produkte geschafft. Sie erwirtschaften etwa 80 Prozent der gesamten Ausgaben für Unterhaltungselektronik. Auf Platz zwei der beliebtesten Geräte hinter Smartphones sind hochauflösende TV-Geräte. Ihr Absatz in den USA soll von derzeit vier Millionen binnen eines Jahres auf über zehn Millionen Geräte steigen.

Smartwatches sind im Kommen. Anbieter der intelligenten Armbanduhren brauchen auf der CES dieses Jahr vier Mal mehr Platz als noch in 2014. Die Geräte selbst verkaufen sich derzeit jedoch nur in kleinen Stückzahlen und können den Ertragsausfall durch andere Produkte kaum kompensieren.

Auch die auf dem Markt aufstrebenden Drohnen für den Hausgebrauch werden nur einen Bruchteil dessen erwirtschaften können, den Smartphones, Tablets und TV-Geräte bringen. Bis 2018 soll der Markt für die Quadcopter von derzeit 130 Millionen Dollar auf über eine Milliarde Dollar wachsen.

Das Internet der Dinge entwickelt sich weiter. Alle elektronischen Geräte werden vernetzt. Das Spektrum dabei reicht von der elektrischen Zahnbürste, bis hin zur smarten Kaffeemaschine oder der Heizungsanlage im Haus, die man mit einer App aus der Ferne bedienen kann. Zum Wachstum der Unterhaltungselektronik können diese neuen Produkte insgesamt jedoch noch kaum etwas beitragen.

Kommentare

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  1. Michael Krispin sagt:

    Kann man hier auch sagen: am Bedarf vorbei investiert?
    Ich will weder das meine Zahnbuerste Zahnfleischbluten noch meine smart watch meinem erhoehtem Blutdruck an die NSA meldet,
    Beides laesst sich leicht erklaeren. Waehrend ich Meldungen zum TTIP, Eurorettung oder Chemtrails lese, beisse ich mir auf die Zunge, weil mein Zorn sonst kein anderes Ventil findet.
    Diese Emotionen werden leider falsch gedeutet und erhoehen in der Zukunft nur meine Krankenversicherungsbeitraege.
    Deshalb wird so ein Quatsch wie Internet der Dinge nie meine Hausschwelle uebertreten.
    Guten Tach noch

  2. kutscherkarl sagt:

    Derzeit müssen alle Nabenmotore aus China importiert werden, das ist risikoreich, teuer und zeitraubend und macht abhängig.
    Bisher hat kein deutscher Industrieller, sich mit der Erzeugung solch Massenprodukt angefreundet, obwohl das keine Hexerei ist. China hat derweilen an die 1 Miliarde solcher Motore erzeugt und in alle Welt geliefert! kutscherkarl@yahoo.de
    (eckieok.wordpress.com)