Jede dritte deutsche Firma in Afrika spürt Auswirkungen von Ebola

12 Prozent der in Afrika tätigen deutschen Unternehmen sind durch die Ebola-Epidemie stark beeinträchtigt. Ein Drittel rechnet mit spürbaren Auswirkungen. Viele interessierte Firmen schrecken vor neuen Investitionen in Afrika zurück.

Die meisten in Afrika tätigen deutschen Unternehmen befürchten für ihre Geschäfte keine negativen Folgen durch die Ebola-Epidemie. Rund 56 Prozent sähen keinerlei Einfluss auf ihre Aktivitäten auf dem Kontinent, fand der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft bei seiner Umfrage unter seinen 600 Mitgliedsfirmen heraus. Rund ein Drittel rechnet mit geringen Auswirkungen. Knapp zwölf Prozent sehen sich durch Ebola hingegen stark beeinträchtigt.

„Die Firmen, die schon jahrelang in Afrika sind, lassen sich von der Epidemie nicht abschrecken“, sagte der Vereinsvorsitzende Stefan Liebing am Dienstag. „Zumal derzeit auch nur drei der insgesamt 54 afrikanischen Länder von Ebola betroffen sind, nämlich Guinea, Liberia und Sierra Leone.“ Allerdings ließen sich viele interessierte, aber noch nicht in Afrika aktive Unternehmen von den Negativschlagzeilen abhalten und zögerten mit dem Sprung auf den Kontinent.

In den drei westafrikanischen Ländern ist die Zahl der Ebola-Toten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auf 8.153 gestiegen. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. Sämtliche deutsche Unternehmen hatten sich im vergangenen Jahr aus diesen drei Staaten zurückgezogen.

Fast ein Drittel der Firmen rechnet in diesem Jahr mit Umsatzsteigerungen im Afrika-Geschäft, wie die Umfrage ergab. 53 Prozent erwarten eine stabile Entwicklung, während 15 Prozent von einem Minus ausgehen. Die attraktivsten Märkte für deutsche Unternehmen sind Südafrika und Kenia, gefolgt von Nigeria, Angola und Ghana sowie Äthiopien. „Die Wahl Kenias zum attraktivsten Markt neben dem ökonomischen Schwergewicht Südafrika zeigt, dass die deutschen Unternehmen auch die deutlich kleineren Volkswirtschaften inzwischen genauer ansehen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins, Christoph Kannengießer. „Es gibt aber noch immer viele Unternehmen, die zögerlich sind und sich dadurch Chancen entgehen lassen.“

Die deutsche Wirtschaft gerät bei großen Infrastrukturprojekten in Afrika gegenüber Wettbewerbern ins Hintertreffen, während allerdings der Absatz von Spezialprodukten deutscher Mittelständler im Infrastrukturbereich steigt. Angesichts dieser Bilanz fordern die Firmen eine stärkere Unterstützung durch die Politik.

„Die Bauleistung deutscher Firmen belief sich 2013 auf rund 550 Millionen Euro. Das ist durchaus positiv, aber nichts gegen die Projektvolumina der Konkurrenz – zum Beispiel aus Asien“, erklärte Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft. Wettbewerbsvorteile entstünden den Mitbewerbern vor allem durch großzügige Staatskredite und -garantien sowie durch eine zum Teil aggressive politische Flankierung. „Hier ist der deutsche Staat gefragt, die Unternehmen bei der Risikominimierung stärker zu unterstützen und Alternativen zu den „Billigkrediten“ der Chinesen oder der großzügigen Verwendung von gebundener Entwicklungshilfe der Japaner zu entwickeln“, sagte Liebing.

Das Interesse afrikanischer Regierungen an einer Zusammenarbeit mit deutschen Firmen sei aktuell groß. Regierungen investierten derzeit Milliarden in den Ausbau ihrer Häfen, Straßen und Städte. Der Ausbau von Infrastruktur sei zudem die wichtigste Voraussetzung für Fortschritt, Produktivität und nachhaltiges Wachstum auf dem afrikanischen Kontinent“, so Liebing.

 

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  1. Writing.Angel sagt:

    Es wird endlich Zeit, dass die Medien über die alternativen Möglichkeiten der Behandlung von Infektions- und anderen Krankheiten berichten. So können Malaria, Ebola, Aids, ja sogar Krebs mit einer für die Tropen geeigneten Spezialzüchtung der aus der TCM stamenden Pflanze „Artemisia annua (anamed)“ oder dem Baum „Moringa olifeira“ effektivn nebenwirkungsfrei und sehr kostengünstig behandelt werden. Die Anamedgruppe arbeitet als nicht gewinnorientiertes, gemeinnütziges Netzwerk in Afrika/Asien, damit die Bevölkerung der tropischen Länder sich selbst „Medizin“ anbauen kann. http://www.anamed-edition.com/de/