Maschinenbauer Gea baut Schulden ab

Nach dem Verkauft des Geschäfts mit Wärmetauschern kann Anlagenbauer Gea seine Schulden um 500 Millionen Euro reduzieren. Der Anlagenbauer reagiert robust auf die Absatzkrise in Russland. Die gesamte Branche soll nach Verbands-Aussagen 2015 um zwei Prozent zulegen.

Der Anlagenbauer Gea fährt nach dem Verkauf des Wärmetauschergeschäfts seine Schulden um rund eine halbe Milliarde Euro zurück. Bereits in den vergangenen Wochen habe der Konzern seine Finanzverbindlichkeiten um mehr als 400 Millionen Euro reduziert, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Noch im Januar sei eine weitere Tilgung in Höhe von 100 Millionen Euro geplant.

Gea senke dadurch seine langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf rund 415 Millionen Euro. Der Konzern kaufte Anleihen zurück und tilgte mehrere Anleihen. Dadurch spare Gea zehn Millionen Euro an Zinsen.

Im vergangenen Jahr hatte Gea durch den Verkauf der Sparte Heat Exchangers an den Finanzinvestor Triton rund eine Milliarde Euro eingenommen. Neben der Schuldentilgung will Vorstandschef Jürg Oleas die Erlöse auch für Zukäufe nutzen.

Die deutschen Maschinenbauer kontern die Russland-Krise mit guten Geschäften in anderen Märkten. „Russland hat nicht die Kraft, den deutschen Maschinenbau umzuwerfen. Dafür ist Russland nicht wichtig genug“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Reinhold Festge.

Vor allem dank Zuwächsen in den USA, China und den EU-Partnern sei die Produktion in den ersten zehn Monaten um ein Prozent erhöht worden. Die Branche betrachte die Entwicklung aber mit Sorge. Dank florierender Geschäfte andernorts seien die Hersteller auf Rekordkurs. Erstmals seit über 20 Jahren beschäftigen sie auch mehr als eine Million Mitarbeiter.

In 2015 wolle die Branche, zu der neben zahlreichen Mittelständlern börsennotierte Konzerne wie ThyssenKrupp, DMG Mori Seiki und Gea gehören, weiter zulegen, kündigte der VDMA-Präsident an. Er bekräftigte die Prognose, wonach die Produktion 2015 um zwei Prozent wachsen soll.

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  1. Volker K. sagt:

    „Russland hat nicht die Kraft, den deutschen Maschinenbau umzuwerfen. Dafür ist Russland nicht wichtig genug”, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Reinhold Festge.

    Dem Herrn Festge fällt diese Aussage auch nicht schwer, denn im Gegensatz zu Anderen, ist dessen Unternehmen bei den Russen nur mit einem kleinen Büro in
    Moskau engagiert:

    HAVER & BOECKER Russia
    Gostinichny Proezd 8
    Bld. 1, offiice 46
    Moskwa

    Möge sich doch der Herr Festge an der „Basis“ umhören. Es könnte ja sein, daß er dort auf Unternehmen trifft, welche sich auf dem russischen Markt ein Standbein
    schwer erarbeitet haben.
    So gibt es durchaus kleine und mittlere Unternehmen, welche schwer getroffen wurden.

    Aber wenn das Alles nur ein Klacks ist, dann können doch die Mitglieder im VDMA
    für die gebeutelten Mitglieder sammeln, und deren Schaden ausgleichen :-).