Streiks bei VW und Daimler in Brasilien gegen Stellenabbau

Die Belegschaften von VW und Daimler protestieren gegen Stellenabbau in Fabriken in Brasilien. Daimler hat wegen eines Absatzeinbruches beim Lkw-Geschäft bereits 2.000 Angestellte entlassen. Bei VW sollen 800 Jobs wegfallen.

In Brasilien weiten sich Streiks gegen Arbeitsplatzabbau in der Autoindustrie aus. Nach der Fabrik von Volkswagen sollte auch das Lkw-Werk von Daimler in der Nähe von Sao Paulo bestreikt werden, wie Gewerkschaftsvertreter dort am Mittwoch erklärten. Die Daimler-Arbeiter beschlossen demnach einen 24-stündigen Ausstand, um gegen weiteren Stellenabbau zu protestieren. Die VW-Beschäftigten lehnten sich unterdessen mit einem unbefristeten Streik gegen die vom Management bekannt gegebene Entlassung von 800 Kollegen auf.

Daimler hat wegen des Absatzeinbruchs im Lkw-Geschäft in Brasilien nach eigenen Angaben bereits rund 2.000 Mitarbeiter von 12.000 entlassen. Weitere 1.200 Beschäftigte sind laut Lkw-Chef Wolfgang Bernhard in einem Qualifizierungsprogramm mit ungewisser Aussicht auf Weiterbeschäftigung. Der Gewerkschaft zufolge wurden zuletzt knapp 250 Stellen gestrichen. Bernhard hatte im Reuters-Interview kürzlich erklärt, nach dem Absatzrückgang um 16 Prozent in Brasilien 2014 rechne er nicht mit einer plötzlichen Erholung des Marktes.

Ein VW-Sprecher wollte sich zu dem Ausstand nicht äußern. Er sagte, die Stellenstreichung sei ein erster Schritt zur Senkung der Lohnkosten. Weitere seien nötig. Der brasilianische Autohandelsverband Fenabrave rechnet damit, dass der Autoabsatz 2015 das dritte Jahr in Folge sinkt. Dies liege an den hohen Zinsen, dem geringen Verbrauchervertrauen und dem Wegfall von Steuernachlässen für die Industrie. Nach gut sieben Prozent Rückgang der Autoverkäufe im vergangenen Jahr prognostizieren die Händler allerdings nur ein leichtes Minus von 0,5 Prozent.

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