Forscher entwickeln Programm zur Vorbeuge gegen Produktionsausfälle

Industrieunternehmen können Produktionsausfälle künftig mithilfe von Big Data vermeiden. Ein Forschungsprojekt aus Aachen entwickelt eine Plattform, die die Produktionsdaten analysiert und mögliche Ausfälle von vorn herein verhindern kann.

Eine neue Big Data-Plattform soll alle Daten zur Produktion von Industriebetrieben sammeln und Produktionsausfälle vorab verhindern. Steht in einem Unternehmen die Produktion still, so führt dies meist zu weitreichenden Konsequenzen, die im schlimmsten Fall einen enormen finanziellen Schaden verursachen. Die Ursache für die Ausfälle liegt in der Regel in der fehlenden Transparenz im Produktionsgeschehen, die Unternehmen teuer zu stehen kommt.

Hier möchte das FIR an der RWTH Aachen gemeinsam mit Partnern aus der IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie)-Branche sowie mit Anwendungsunternehmen Abhilfe schaffen. In ihrem Forschungsprojekt „BigPro“ (Förderkennzeichen 01IS14011A) wollen die Konsortialpartner unter Leitung des FIR eine Big-Data-Plattform entwickeln, mit deren Hilfe Unternehmen Störungen in der Produktion vorhersehen und so besser darauf reagieren können.

Der Ansatz des Projekts besteht darin, die komplexen Datenströme in der Produktion um die Rückmeldungen der Produktionsmitarbeiter zu Störungen zu ergänzen und in Echtzeit zu verarbeiten. Im Falle einer Störung wird ein Abbild der aktuellen Datenkonstellation (Datenmuster) gespeichert und der Störung zugeordnet. Sollte sich später eine ähnliche oder gleiche Datenkonstellation ergeben, erkennt das System diese und kann auf die mögliche, im System hinterlegte Störung hinweisen. Dies ermöglicht den Mitarbeitern, proaktiv auf Störungen zu reagieren, noch bevor diese tatsächlich eingetreten sind. „Die BigPro-Lösungslogik kann beispielsweise eingesetzt werden, um die Produktionsmitarbeiter bei androhenden Maschinenausfällen via E-Mail direkt zu informieren und ihnen Maßnahmen zur Störungsbehebung vorzuschlagen“, erklärt der FIR-Wissenschaftler Felix Jordan.

Die Gegenmaßnahmen sind in einem dynamischen Störungskatalog hinterlegt, der stets erweitert wird. Sie werden kontinuierlich im Hinblick auf ihre Effektivität analysiert und bewertet, sodass etwa fehlgeschlagene Maßnahmen erkannt, überprüft und wiederum optimiert werden können. Die Forschungsarbeiten des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts sind für den Zeitraum bis August 2017 angesetzt.

Das FIR ist eine gemeinnützige, branchenübergreifende Forschungseinrichtung an der RWTH Aachen auf dem Gebiet der Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung. Das Institut begleitet Unternehmen, forscht, qualifiziert und lehrt in den Bereichen Dienstleistungsmanagement, Business-Transformation, Informationsmanagement und Produktionsmanagement. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen fördert das FIR die Forschung und Entwicklung zugunsten kleiner, mittlerer und großer Unternehmen.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.