Bahn sperrt Strecken in Norddeutschland wegen Sturm „Elon“

Der Sturm Elon zwingt die Deutsche Bahn zur Sperrung zahlreicher Strecken in Norddeutschland. Entwurzelte Bäume und Blitzeinschläge erhöhen die Unfallgefahr. Betroffen sind die ICE- und IC-Strecken Berlin-Hamburg, Hamburg-Bremen und Hamburg-Hannover. Sturm, Streiks und Fernbus-Konkurrenz haben die Deutsche Bahn 2014 hart getroffen und ihr Gewinn-Ziel platzen lassen

Der Sturm „Elon“ behindert den Wochenend-Verkehr bei der Deutschen Bahn in Norddeutschland. Zahlreiche Strecken auch zwischen Großstädten mussten seit Freitagnachmittag wegen entwurzelter Bäume, Blitzeinschlägen und beschädigter Oberleitungen gesperrt werden, teilte das Unternehmen mit.

Dies gelte für die ICE und IC-Trassen Berlin-Hamburg, Hamburg-Bremen sowie Hamburg-Hannover. Im Nahverkehr seien unter anderem Trassen wie Kiel-Lübeck und Kiel-Flensburg nicht befahrbar. Auch bei der Berliner S-Bahn könne eine Reihe Züge nicht fahren.

Sturm, Streiks und Fernbus-Konkurrenz haben die Deutsche Bahn 2014 hart getroffen und ihr Gewinn-Ziel platzen lassen. „Mit der aktuellen Ergebnissituation können wir nicht zufrieden sein“, sagte Finanzvorstand Richard Lutz in der Mitarbeiterzeitung „DB Welt“, die Reuters am Dienstag vorlag. „Ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das sogenannte Ebit, von 2,2 Milliarden Euro halte ich mittlerweile für eher unwahrscheinlich.“ Allein das Sturmtief Ela im Frühjahr mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen habe den Staatskonzern 60 Millionen Euro gekostet. Die Kosten der Streiks der Lokführergewerkschaft GDL bezifferte Lutz mit rund 100 Millionen Euro. Die boomende Fernbus-Konkurrenz drückt den Bahn-Gewinn früheren Angaben zufolge um weitere rund 120 Millionen Euro.

Lutz sagte, dies seien aber nicht die einzigen Effekte für die Verfehlung des Gewinn-Zieles. „Hinzu kommen zusätzliche Planabweichungen in einigen Geschäftsfeldern“, sagte er. Die Logistik-Sparte des Güterverkehrs (Lkw, Schiff, Flugzeug) bereite Sorgen. „Auch hier kommen Ergebnis und Marge unter Druck.“ Der Wettbewerb habe in allen Märkten zugenommen. In Konzernkreisen hieß es, es laufe nun auf einen Gewinn von um die zwei Milliarden Euro hinaus.

Wenn der Staatskonzern vom Gewinn nun neben Zinsen und Steuern noch die Dividende für den Bund abziehe, blieben unterm Strich lediglich 200 bis 300 Millionen Euro, erklärte Lutz. „Und das ist für das, was wir vorhaben – nämlich in zusätzliches Wachstum zu investieren –schlicht zu wenig.“ Allein die Dividende der Bahn für 2014 soll rund 700 Millionen Euro betragen.

Kommentare

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  1. Uwe Thomas sagt:

    Es gab damals mal einen Slogan der Bahn:

    Alle reden vom Wetter, wir nicht…

    Ich hab mich damals schon darüber amüsiert…

  2. Jürg aus Zürich sagt:

    Das Problem ist, dass entlang der Strecke die Bäume nicht ausgeholzt werden. Vom Trasserand aus müsst nach oben im 45 Grad Winkel der Luftraum frei sei. Wenn dann ein Baum fällt, so fällt er nicht auf die Fahrleitung und das Gleis. Andere Bahnen machen das konsequent, aber das kostet eben.

  3. Saftladen auf Schienen sagt:

    Die 4 Todfeinde der Bahn:

    Sommer
    Herbst
    Winter
    Frühjahr