Steuerzahler verschaffen Schäuble schuldenfreies 2014

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann dank der Steuerzahler schon 2014 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. Rekord-Steuereinnahmen und niedrige Zinsen auf deutsche Staatsanleihen ermöglichen den ersten schuldenfreien Haushalt seit 1969.

Die „Schwarze Null“ im Bundeshaushalt steht: Bereits 2014 ist die Bundesregierung zur Finanzierung ihrer Ausgaben nach Angaben aus der Koalition ohne neue Schulden ausgekommen. Damit erreichte Wolfgang Schäuble als erster Finanzminister seit 1969 einen Etat ohne Defizit – und das ein Jahr früher als geplant. Im Regierungsbündnis hieß es am Montag weiter, vor allem die niedrigen Zinsen auf den Schuldenberg des Bundes und die sprudelnden Steuereinnahmen hätten dabei geholfen, das Haushaltsloch zu schließen.

Eigentlich ist die „Schwarze Null“ erst für dieses Jahr geplant. Dass es schon ein Jahr früher so weit war, zeigte nun der Kassensturz für 2014, der in dieser Woche offiziell vorgelegt werden soll. Seit 1969 haben die Bundesregierungen aller Couleur fast 1.300 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Die Schuldenwende gilt als ein zentrales Projekt von Schwarz-Rot.

Dass der Weg in den Schuldenstaat gestoppt wurde, ist zum einen das Verdienst der Steuerzahler. In diesem Jahr dürften sie Schäuble rund 278 Milliarden Euro überweisen und damit fast zehn Milliarden Euro mehr als 2014. 2017 dürften es schon mehr als 300 Milliarden Euro sein. Hinzu kommen Einnahmen aus Staatsbeteiligungen etwa an Bahn und Deutscher Telekom.

Ursprünglich waren für 2014 noch neue Schulden von 6,5 Milliarden Euro vorgesehen, um die Ausgaben von rund 300 Milliarden Euro abzudecken. Neben den hohen Steuereinnahmen profitiert der Bund auch von den anhaltend niedrigen Zinsen auf die Bundesschuld. So rentiert eine Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit am Markt derzeit nur bei 0,4 Prozent. Dies ist Folge des historisch niedrigen Leitzinses, aber auch der Euro-Krise, weil deutsche Staatspapiere vielen Anlegern als ein „sicherer Hafen“ gelten.

Kommentare

Dieser Artikel hat 7 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Knut sagt:

    Dabei hätte er mit den Steuern der Steuerverschieber (Amazon und Co ) noch viel, viel mehr einnehmen können.

  2. Katholik sagt:

    Adenauer und Erhard haben zwar auch ein wenig Schulden hinterlassen, aber so richtig ging es dann erst in den 70ern los, als die SPD mal „die Belastbarkeit der Wirtschaft testen“ wollte.

  3. Sonny sagt:

    Schuldenfrei ist auch nicht richtig. Deutschland hat weiterhin über 2.000.000.000.000,00 Euro Schulden. Schaut auf die Nullen!!

  4. hugin sagt:

    DER ALTE TRICK
    Die Einnahmen werden überhöht ins Budget genommen, die Ausgaben minimiert.
    Die fiktiven Steuern bleiben teilweise aus, die Ausgaben übertreffen die Prognosen, zum Glück gibt es ein Budget-Überschreitungs-Gesetz und neue Kredite!
    Die erhoffte „Schwarze Null“ zeigt sich erst am Jahresende. Mit Ausreden wird begründet, warum diese nicht erreicht wurde. Putin ist schuld, Ansturm der Flüchtlinge, Weltwirtschaft und andere fadenscheinige Gründe.

  5. Manfred Waltermann sagt:

    Teuer erkaufte „schwarze 0“

    Die von „Daniel“ geäußerten Fakten sind richtig und lassen das Gerede von der schwarzen 0 und den Verdiensten der Politik in einem anderen Licht erscheinen.
    Gleichzeitig ist festzustellen, dass z.B. Straßen,Autobahnen und Brücken im Verantwortungsbereich des Bundes in der Größenordnung von dreistelligen Milliarden Euro sanierungsbedürftig sind. Die gute Bilanz des Bundes ist auch darauf gebaut, dass Ländern und Kommunen Milliardenkosten durch Gesetze aufgebürdet werden, die zwar der Bund beschlossen aber „vergessen“ hat auch mit der notwendigen Finanzierung auf den Weg zu bringen.
    Und was uns noch mit der EZB,Griechenland etc. an Kosten ins Haus steht, darüber schweigt man in Berlin. Schaun wir mal…..!

  6. Erik sagt:

    soso…. Rekord Steuereinnahmen …
    Hat euch mal jemand darüber informiert, dass diese VolksverTRETER neu aufgenommenes Kreditgeld (Schulden) als Einnahmen verbuchen und verrechnen !!!
    Der dumme Michel zahlt ausserdem viel zu viele Steuern – an eine Regierung welche nur eine Verwaltungsorganisation eines nach wie vor besetzten Landes ist.
    Wir sind kein souveräner Staat, haben KEINEN Friedensvertrag und vieles andere mehr was gelogen ist…
    Informiert euch mal richtig ! Leider schlafen über 90 % der Menschen – wie immer.

  7. Daniel sagt:

    Blödsinn, da ist garnichts mit schwarzer Null. Man hat einen Großteil des Defizits auf die Kommunen ausgelagert. Dummerweise sind die kommunalen Haushalte nicht Teil der Rechnung.

    Die Schlagzeile sollte also lauten: „Schäuble versucht Öffentlichkeit mit Buchhaltertricks zu täuschen.“