Wachstumstempo der Baubranche lässt nach

Der Erlös der Bauindustrie zum ersten Mal seit der Jahrtausendwende die 100 Milliarden Euro Grenze überschreiten. Die niedrigen Energiekosten und der boomende Wohnungsbau sprechen dafür. Doch die nachlassenden öffentlichen Aufträge verlangsamen das Wachstum der Branche

Die deutsche Baubranche peilt den höchsten Umsatz seit 15 Jahren an, stellt sich aber auf ein langsameres Wachstumstempo ein. Die Erlöse dürften in diesem Jahr um zwei Prozent auf 101 Milliarden Euro steigen, wie der Verband der Bauindustrie (HDB) und der mittelständische ZDB am Mittwoch in einer gemeinsamen Prognose mitteilten. „Damit wird die 100-Milliarden-Marke erstmalig seit 2000 wieder überschritten.“ Der Trend zeige nach oben – „wenngleich das Tempo nachgibt“. Nach dem Umsatzplus von vier Prozent im vorigen Jahr wäre der für 2015 geplante Anstieg der geringste seit 2012.

Für den meisten Schwung werde das sechste Jahr in Folge der Wohnungsbau sorgen. Wegen des stabilen Arbeitsmarkts und der niedrigen Zinsen sei hier ein Umsatzplus von drei Prozent zu erwarten, sagte ZDB-Präsident Hans-Hartwig Loewenstein. Im Wirtschaftsbau rechnen die Verbände nur mit 1,5 Prozent Wachstum. Dies hänge entscheidend von der gesamten Konjunktur ab und könne sogar besser ausfallen, wenn der Ölpreis niedrig bleibe und so die Kosten der Unternehmen drücke, sagte HDB-Chef Thomas Bauer.

Ferner befürchten die Verbände, dass Bund, Länder und Gemeinden zu Lasten von Investitionen ihre Haushalte in Ordnung bringen. „Aus heutiger Sicht müssen wir daher für den Öffentlichen Bau im Bauhauptgewerbe von einem mageren Umsatzplus von lediglich 1,0 Prozent ausgehen.“

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