Schwacher US-Einzelhandel gefährdet Wirtschaftswachstum

Das schwache Weihnachtsgeschäft im US-Einzelhandel gefährdet das gesamte Wachstum der USA. Der Einzelhandel macht rund 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus. Deutsche Einzelhändler konnten ihre Gewinne zum Jahresende hingegen steigern.

Für die US-Einzelhändler ist das wichtige Weihnachtsgeschäft überraschend schlecht gelaufen. Ihr Umsatz fiel im Dezember um 0,9 Prozent zum Vormonat und damit so kräftig wie seit fast einem Jahr nicht mehr, gab das Handelsministerium am Mittwoch in Washington bekannt. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang um 0,1 Prozent erwartet. Zudem fiel das Wachstum im November mit 0,4 (bisher: 0,7) schwächer aus als zunächst angenommen. Fast alle Branchen meldeten am Jahresende ein Minus, darunter Elektronik-, Bekleidungs- und Sportgeschäfte. Möbelhändler und Supermärkte legten hingegen etwas zu.

„Das Weihnachtsgeschäft hat nicht von den Einsparungen durch gesunkene Benzinkosten profitieren können“, sagte BayernLB-Ökonomin Christiane von Berg. Dennoch stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Einzelhandel bald wieder wächst. So sind die Benzinpreise noch weiter gefallen. Gleichzeitig steigt die Beschäftigung, nachdem im vergangenen Jahr bereits so viele neue Jobs entstanden sind wie seit 1999 nicht mehr. Die Kauflaune der Amerikaner hatte sich deshalb zuletzt aufgehellt.

Der Einzelhandel macht etwa 30 Prozent des privaten Konsums in den USA aus. Dieser wiederum steht für rund 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung.

Die deutschen Einzelhändler haben ihren Umsatz 2014 angesichts der Rekordbeschäftigung und höherer Löhne gesteigert. Er dürfte um 1,6 Prozent zugelegt haben, schätzte das Statistische Bundesamt am Mittwoch. Nach Abzug von Preissteigerungen ging es real um 1,2 Prozent nach oben. In den beiden Vorjahren hatte es lediglich zu einem realen Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gereicht. „Wir sind ganz zufrieden“, sagte der Sprecher des Branchenverbandes HDE, Stefan Hertel. Die Aussichten sind auch dank fallender Ölpreise gut: Sie dürften die Verbraucher um viele Milliarden Euro entlasten.

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