Metaller fordern 5,5 Prozent mehr Lohn

Die IG Metall fordern für die Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie einen Lohnzuwachs von 5,5 Prozent. Arbeitgebervertreter lehnen das ab. Der internationale Wettbewerb sei zu stark. Ende Januar drohen Unternehmen erste Warnstreiks.

Die Tarifparteien haben ihre Verhandlungen über höhere Bezüge in der Metall- und Elektroindustrie begonnen. In Augsburg trafen die Spitzen der bayerischen IG Metall und der Arbeitgeber am Dienstag zum ersten offiziellen Treffen der laufenden Runde in Deutschland zusammen. Die Arbeitnehmervertreter fordern für eine Laufzeit von 12 Monaten ein Lohnplus von 5,5 Prozent.

Darüber hinaus verlangt die Gewerkschaft weitergehende Regelungen zur Bildungsteilzeit sowie eine Neuregelung der Altersteilzeit. Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler verteidigte seine Lohnforderung. „Ich finde, diese Forderung ist mehr als gerecht“, rief er vor dem Verhandlungszentrum rund 2.500 Gewerkschaftern zu. Die Unternehmen verdienten gut, allein im vergangenen Jahr seien die Gewinne der Dax-Unternehmen um neun Prozent gestiegen. Es gehe zudem darum, Löhne und Gehälter zu stärken, um einer Deflationsentwicklung entgegenzuwirken.

Die Gegenseite wies die Vorstellungen der Gewerkschaft zurück. „Die Gehaltsforderung ist völlig unverhältnismäßig und realitätsfremd“, sagte die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber, Angelique Renkhoff-Mücke. „Wir haben im Moment eine konjunkturelle Lage, die von viel Unsicherheit geprägt ist.“ Die Firmen kämpften um ihren Stand in der Weltwirtschaft. „Diese Wettbewerbsfähigkeit müssen wir erhalten, wir können keine großen Sprünge machen“, sagte sie. Ein eigenes Angebot legten die Arbeitgeber bislang nicht vor.

Während sie beim Thema Alterszeit am ehesten Verhandlungsbereitschaft signalisierte, liegen die Parteien bei der Forderung nach tariflich geregelter Bildungsteilzeit weit auseinander. „In den Betrieben wird in hohem Maß weitergebildet. Wir sehen überhaupt keine Begründung, an diesem Punkt anzusetzen.“ Arbeitnehmervertreter Wechsler stellte klar, dass es ohne eine Einigung in der Weiterbildungsfrage keinen Abschluss geben werde. Er rechne mit schwierigen Verhandlungen. Nach der nächsten Verhandlungsrunde am 28. Januar endet die Friedenspflicht. Wechsler stellte bereits Warnstreiks in Aussicht.

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  1. Werner sagt:

    „…Metaller fordern 5,5 Prozent mehr Lohn…“

    Für was ?
    Get’s noch ?

    mfg. Werner