Daimler muss 114.000 Fahrzeuge in Deutschland zurückrufen

Defekte Dichtungen an Dieselmotoren zwingen Daimler zum Rückruf von 114.000 Fahrzeugen in Deutschland. Es ist möglich, dass die Motoren Öl verlieren. Betroffen sind Fahrzeuge, die von Februar bis Dezember 2014 produziert wurden.

Daimler ruft wegen Motorproblemen 114.000 Pkw und Vans in Deutschland zurück. Bei den von Februar bis November 2014 produzierten Fahrzeugen mit Dieselmotoren könne durch eine defekte Dichtung Öl im Motor austreten, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Die betroffenen Kunden und die zuständigen Behörden seien bereits informiert. Um welche Modelle es sich handelt, teilte Daimler nicht mit. Zahlen zu betroffenen Fahrzeugen außerhalb Deutschlands lagen nicht vor.

Der deutsche Autohersteller hatte zuvor auf der Detroit Motor Show einen neuen Absatzrekord bekannt gegeben und investiert in autonom fahrende Modelle.

Doch Qualitätsmängel werden die Automobilhersteller einer Studie zufolge wohl auch im neuen Jahr in Atem halten. Die Probleme mit defekten Zündschlössern bei General-Motors und explodierenden Airbags des japanischen Zulieferers Takata hätten gezeigt, dass eine Qualitätskultur längst nicht in allen Firmen den nötigen Stellenwert habe, schreibt der Autoexperte Stefan Bratzel in einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung. Manche Hersteller legten mehr Wert auf kurzfristige Gewinnmaximierung und beseitigten Mängel erst hinterher – „vielfach unter billigender Inkaufnahme von Unfällen“, kritisiert Bratzel, der das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach leitet.

Als Grund für die gestiegenen Rückrufe sieht der Experte den höheren Anteil an Elektronik in den Autos und die steigende Zahl an gleichen Bauteilen. Die setzen die Hersteller ein, um die Kosten zu drücken. Damit nimmt die Gefahr zu, dass selbst kleine technische Mängel sich rasch auf eine große Zahl von Autos ausbreiten.

Ursache für technische Mängel sei vielfach ein hoher Sparzwang und erfolgsabhängige Bezahlung. Einkaufsmanager erhielten die Auflage, möglichst viel aus einem Geschäft herauszuholen. „Die stecken meist nicht in den Themen, um einschätzen zu können, welche langfristigen Folgen das hat. Dann sind sie längst in einer anderen Position und können nicht mehr verantwortlich gemacht werden“, schildert Bratzel.

Daimler zählte bislang jedoch zu den qualitätsstärksten Herstellern. Doch auch bei den Stuttgartern macht sich der Sparzwang bemerkbar. In Brasilien gab es jüngst Streiks aufgrund von Massenentlassungen.

Kommentare

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  1. Agincourt sagt:

    S-Klassen (W 220), die nach ca. 10 Jahren vor Rost auseinanderfallen (keine Seltenheit, s. U2B), C-Klassen (W 203) mit mehr Gilb als Lack oder die letzte A-Klasse (gebaut immerhin noch bis 2012), die, man darf das so sagen, schon im Auslieferungslager das Rosten begann – selbst dem DB KD ist dieses Problem bekannt, es gibt einen diesbezüglichen Schulungsbrief.

    Dazu ungezählte andere Qualitätsmängel.

    Die aktuelle A-Klasse ist selbst konstruktiv endgültig auf Oppel-Niveau angekommen, nicht einmal das wenigstens innovative Konzept der luschig zusammengeschusterten Plastikschnellroster der Generation I. und II (Sandwichboden) wurde weitergeführt.

    Stattdessen Frontantrieb, erstmals Zahnriemen (in den Renault (!!!)-Motoren) und technische Lösungen, bei denen dem Betrachter die Haare zu Berge stehen:
    Vgl. den Metallhaltestab der geöffneten „Motorhaube“ wie in Oppas 1936er Kadett, die schlanke Lackierung, mit Blechstreifen an den Motorblock angebastelte Steuergeräte (im Spritzwasserbereich – das gibt Temperaturwechselbäder, die die Elektronik erquicken, abgesehen einmal von der Feuchtigkeit), die „schlanke“ Lackierung, massenhaft nicht isolierte Steckverbindungen oder die billigst ausgeführten, offen liegenden Scharniere der Heckklappe.

    Der Vorsprung, der diesen Hersteller gegenüber den jeweils zeitgenössischen Modellen des Wettbewerbes für jeden Laien sichtbar turmhoch über die Konkurrenz stellte – am deutlichsten war das bei den Baureihen W126, W201, W124 und R129: Alles verspielt.

    Dazu peinliche und kurzlebige Designspielereien, die bei wohlwollender Betrachtung als „schwer verunglückt“ zu bezeichnen sind und die der Kunde eher in einem asiatischen Niedrigpreissegmentauto für den afrikanischen Markt verortete.

    Aber sonst alles „Premium“, klar.

    Vor allem beim Preis und bei den Sprüchen – wie Alfa in den 70ern.

    Obwohl: Alfa war bei der Preisgestaltung weniger unverschämt.

    Mich interessierte einmal, wieviel „Stückzahl“ des angeblichen Auslieferungsrekordes tatsächlich auch abgesetzt wurden.

    Aus Nordamerika hört man von massiven Druck auf die Händler in Richtung „innovativer Zulassungsstatistik“.

    Jedenfalls ist dem aktuellen Vorstand alles zuzutrauen.

    Für mich ist diese seine Mitarbeiter durchleuchtende und mit ehemaligen „Bundesverfassungsrichterinnen“ hausierende, „Global Brand“ – ein Abbild der völlig versifften Bundesrepublik – bereits seit den späten 80er Jahren als Kaufalternative nicht mehr existent.

    Damals allerdings lag es an der Lieferzeitpolitik.

    Bin von 1972 bis 1988 nur Mercedes gefahren, viele Modelle.

    Und auch schon in den 60ern.

    Halte mir heute nur noch einen 129er als Freizeitauto, gebraucht gekauft aus erster Hand mit wenig KM.

    Das allerdings war wohl das beste, jemals gebaute Auto.

    Ohne Rücksicht auf die Kosten wurde das technische Optimum dessen verwirklicht, was damals – und in mancherlei Hinsicht auch heute noch – überhaupt im Automobilbau machbar ist.

    Lange ist es her.

    Die Konkurrenz aus Zuffenhausen und München ist übrigens ebenso auf den Hund gekommen; und Ingolstadt bemüht sich, es gleich zu tun.

    Ein Glück für die beiden Stuttgarter Hersteller, daß das technische und Qualitäts-Verständnis der „Kunden“ mittlerweile gegen Null geht.

    Aber die wurden ja so abgerichtet.

  2. Willi Wichtig sagt:

    Falls ich mal einen Daimler geschenkt bekomme entferne ich zuerst die Radkappen, den Stern am Lenkrad und an den äußeren Karosserieteilen. Das ist seit 40 Jahren meine Meinung. Falls das Freunde oder Bekannte lesen wissen sie sofort wer das geschrieben hat.

  3. Trottel Lummen sagt:

    Premium – Qualität eben.
    Nur wo Daimler draufsteht ist Schrott drin.

  4. Werner sagt:

    Qualität in Deutschland !

    • Intressierter sagt:

      zu Werner sagt :
      Exakt so und von “ Fachkräften “ ersonnen und gebaut…der „Bachelor“ der Dummmichel alles führt in eine Richtung, viel Geld für Abfall. Heute kann man neue Lampen kaufen, die Neu schon Schrottwert besitzen, denn die Leuchtmittel sind nicht mehr austauschbar..usw.usw

      • Testostheron sagt:

        In der privatkapitalistischen Wirtschaft muss sich eben alles „rechnen“, auch der „Neuschrott“ ….

        Du hast vollkommen recht !
        Ich stimme Dir zu 100 % zu !