Schweizer Tourismuskonzern Kuoni verkauft Urlaubsgeschäft

Kuoni verkauft das Reiseveranstaltergeschäft. Der Konzern will sich künftig stärker auf sein Großhandelsgeschäft und auf die Bearbeitung von Visa-Anträgen konzentrieren. Noch im laufenden Jahr soll ein Käufer für die Kundensparte gefunden werden.

Schweizer Touristen werden ihren Urlaub bald nicht mehr beim heimischen Tourismus-Konzern Kuoni buchen können. Die 1906 von dem Unternehmer Alfred Kuoni gegründete Firma will das Reiseveranstaltergeschäft verkaufen und sich auf die Rolle eines Großhändlers für die globale Reiseindustrie und die Bearbeitung vom Visa-Anträgen im Auftrag von Regierungen konzentrieren, wie Kuoni am Mittwoch mitteilte.

Das Tourismusgeschäft, das im Laufe des Jahres neue Eigentümer bekommen soll, steuerte zuletzt mit 2,2 Milliarden Franken und rund 3.800 Mitarbeitern etwas weniger als die Hälfte zum Gesamtumsatz von rund 5,5 Milliarden Franken (4,6 Milliarden Euro) bei. Rund 30 Prozent des Bereichsumsatzes kamen aus der Schweiz und 38 Prozent aus Skandinavien. Kleinere Umsatzanteile entfallen auf Großbritannien, Indien und Hongkong. Im ganzen Konzern beschäftigt Kuoni rund 11.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im Bereich der Visa-Bearbeitung gilt Kuoni als Branchenpionier. Die Firma betreibt für 45 Regierungen 1.400 Visa-Antragszentren in 117 Ländern und schätzt bei einem Umsatz von etwa 270 Millionen Franken ihren weltweiten Marktanteil auf 50 Prozent. Etwa 70 Prozent des Umsatzes in dieser Sparte kommen aus dem asiatisch-pazifischen Raum.

Bei Anlegern kamen die Pläne gut an. Die Kuoni-Aktie legte gut sechs Prozent auf 332 Franken zu. Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy rechnet damit, dass sich die Gewinnmarge des Konzerns durch den Verkauf deutlich verbessert. Kuoni rechnet für dieses Jahr vorläufigen Berechnungen zufolge einschließlich erster Kosten für den Verkaufsprozess mit einem leichten Gewinnrückgang auf 66 Millionen Franken.

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