Proteste in Hongkong drücken Umsatz von Richemont

Demonstrationen in wichtigen Einkaufsstraßen Honkongs bremsen das Wachstum von Richemont. Die allgemein schwache Nachfrage aus Asien wird durch einen Gewinnzuwachs in Europa und den USA kaum aufgefangen.

Die Pro-Demokratie-Proteste in Hongkong und eine schwache Nachfrage in Asien bremsen das Weihnachtsgeschäft des Schweizer Luxusgüterhersteller Richemont. Die anziehende Nachfrage in Europa und im Nahen Osten sowie in Amerika konnte die Flaute in Fernost aber etwas abfangen.

In Lokalwährungen legten die Verkäufe von Luxuswaren wie Cartier-Schmuck, Füllfederhaltern von Montblanc und Luxusuhren von IWC und Jaeger-LeCoultre im abgelaufenen Quartal um vier Prozent auf 3,051 Milliarden Euro zu. Währungsbereinigt stagnierten sie, wie der Konzern aus Genf am Donnerstag mitteilte. Ein Jahr zuvor war die Firma währungsbereinigt noch um neun Prozent gewachsen. Mit den Umsatzzahlen verfehlten die Schweizer die Erwartungen der Analysten, die mit 3,074 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Richemont machten in Hongkong die Demonstrationen tausender Menschen für mehr Demokratie zu schaffen. Die Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone fanden in wichtigen Einkaufsstraßen statt. Die Firma macht rund 17 Prozent des Umsatzes in Hongkong. Zudem setzte den Schweizern der Kampf Chinas gegen Korruption zu, da die Regierung seit einiger Zeit gegen das Verschenken von Luxusartikeln vorgeht. Der Absatz sank in der Region Asien/Pazifik um zwölf Prozent auf 1,07 Milliarden Euro. Auch der italienische Luxusmodekonzern Prada hatte die Auswirkungen der Proteste in Hongkong zu spüren bekommen, der Quartalsgewinn der Mailänder war eingebrochen.

Dagegen liefen die Geschäfte für Richemont in Europa und im Nahen Osten sowie in Amerika besser. In Europa legten die Verkäufe um neun Prozent zu. In Amerika stieg der Absatz währungsbereinigt um sieben Prozent. „Das Ergebnis liegt leicht unter den Erwartungen. Europa überrascht positiv, Asien/Pazifik ist schlechter als erwartet“, sagte Rene Weber, Analyst bei der Bank Vontobel.

Der Umsatz von Richemont entfällt in etwa zu gleichen Teilen auf Luxusuhren und Schmuck. Dabei verkauften sich vor allem Cartier-Uhren in jüngster Zeit eher schleppend. Im ersten Halbjahr erzielte Richemont bei einem Umsatz von 5,43 Milliarden Euro einen Gewinn von 907 Millionen Euro.

Auch bei anderen Luxusgüterherstellern läuft das Geschäft derzeit nicht ganz rund. Der US-Schmuckkonzern Tiffany senkte jüngst seine Gewinnprognose für 2014 wegen eines enttäuschenden Weihnachtsgeschäfts und anhaltender Schwäche in Japan. Der für seine mit Karostoff gefütterten Trenchcoats bekannte britische Luxusmodekonzern Burberry verbuchte im Weihnachtsquartal zwar insgesamt einen Umsatzanstieg, verzeichnete in Hongkong aber ein schwächeres Wachstum.

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