Stahlindustrie rechnet 2015 mit kaum Wachstum

Die Deutsche Produktion von Stahl soll 2015 nur um ein Prozent steigen. China und Russland drängen auf europäischen Markt und senken die Preise. Zudem ist der fallende Ölpreis für einige Hersteller ein Problem

Die deutsche Stahlindustrie mit Branchengrößen wie ThyssenKrupp und Salzgitter rechnet auch 2015 nur mit einer moderaten Belebung der Geschäfte. Die Rohstahlproduktion werde wohl wie bereits im vergangenen Jahr lediglich um ein Prozent zulegen, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Freitag in Düsseldorf.

Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen sei weiter schwierig. Der Schwerindustrie um Weltmarktführer ArcelorMittal machen seit Jahren die Konjunkturkrise in Südeuropa, Überkapazitäten und der Preisdruck zu schaffen. Zudem drängen Konkurrenten aus China und Russland verstärkt auf den europäischen Markt.

Die Rohstahlproduktion wird laut Kerkhoff 2015 wohl auf 43,3 Millionen Tonnen ausgeweitet. Der Ausblick sei konservativ. Wichtige Kunden wie die Autoindustrie, der Maschinenbau und die Bauindustrie peilten ein Wachstum von zwei Prozent an. Auch seien die Aufträge der Stahlkocher im vierten Quartal 2014 um den gleichen Wert gestiegen. „2015 setzt sich die leichte Erholung des deutschen Stahlmarktes fort“, sagte der Verbandschef. Mit einer Produktion von gut 43 Millionen Tonnen liegt die Branche mit ihren 87.000 Beschäftigten allerdings noch ein gutes Stück von früheren Werten entfernt. 2007 produzierten die Hersteller 48,3 Millionen Tonnen des Werkstoffs.

Sorge bereite der Branche die Konkurrenz aus China und Russland. Diese drängten verstärkt auf den europäischen Markt, da die Nachfrage zu Hause nachlasse. „Erhebliche Risiken für den europäischen Stahlmarkt gehen auch von der Entwicklung in Russland aus“, sagte Kerkhoff. Die russischen Konkurrenten erhöhten auch wegen des Rubel-Verfalls ihre Exporte in den europäischen Markt. Rund ein Viertel der russischen Stahlexporte gingen in die EU. Die Einfuhren aus China, dem weltgrößten Stahlproduzenten, bereiten den europäischen Unternehmen seit Jahren Kopfschmerzen.

Durch den gesunkenen Ölpreis schrumpft zudem die Nachfrage nach Stahlrohren, die etwa für Pipelines benötigt werden. Dies trübe die Perspektiven der Hersteller. Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern Salzgitter rechnet mit Einbußen, nachdem der russische Gazprom -Konzern den Bau der Gaspipeline South Stream abgesagt hat.

 

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