Agrarminister fordern globale Richtlinien für Landwirtschaft

Agrarminister aus mehr als 70 Ländern wollen weltweit einheitliche Umwelt-Richtlinien schaffen. Dabei soll die Bioökonomie eine prägende Rolle spielen. Also eine nachhaltige Wirtschaft, die Wohlstand sichert ohne Raubbau zu betreiben.

Die Weichen für eine umweltschützende und Ressourcen schonende Landwirtschaft müssen nach Ansicht der Agrarminister von über 70 Ländern weltweit gestellt werden. „Nur eine starke, diversifizierte und nachhaltige Landwirtschaft liefert die Grundlagen dafür, das Menschenrecht auf Nahrung dauerhaft zu verwirklichen“, heißt es in der am Samstag in Berlin verabschiedeten Resolution des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA). Aus Sicht des weltgrößten Agrarministertreffens muss künftig die sogenannte Bioökonomie eine prägende Rolle in der Landwirtschaft spielen.

Unter Bioökonomie wird eine nachhaltige Wirtschaft verstanden, die Wohlstand sichert ohne Raubbau zu betreiben. Dabei wird unter anderem auf die Nutzung nachwachsender Rohstoffe – also Pflanzen – gesetzt. Die Bundesregierung fördert seit längeren die Erforschung der Bioökonomie mit Milliardenbeträgen. Dabei geht es beispielsweise um die Produktion von Kunststoffen auf pflanzlicher Basis. Derzeit werden die meisten Kunststoffe aus Erdöl hergestellt.

In der Resolution werden drei Forderungen gestellt: „Chancen der Bioökonomie nutzen, Nachhaltigkeit der Produktion und Nutzung gewährleisten und Vorrang der Ernährung sichern.“ Der GFFA-Gastgeber, Bundesagrarminister Christian Schmidt, überreichte seinem türkischen Amtskollegen Mehmet Mehdi Eker den Beschluss. Die Türkei hat in diesem Jahr die Präsidentschaft der Gruppe der 20 einflussreichsten Industrie- und Schwellenländer (G20) übernommen und will sich in diesem Forum für die Umsetzung der Forderungen einsetzen.

Die Landwirtschaft zählt weltweit zu den Faktoren, die die Umwelt belasten. Dabei geht es unter anderem um die Rodung von Urwäldern, um sie zu Äckern zu machen oder den Einsatz von Pflanzen- oder Insektengiften, die sich in der Erde oder im Grundwasser anreichern. Die Landwirtschaft wird weltweit mit verantwortlich für das Aussterben von Pflanzen- und Tierarten gemacht.

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Rene sagt:

    …was ja wirklich mal wieder gut klingt aber wieder nichteinmal gut gemeint ist.
    Die dahinterstehenden wahren Absichten sind klarer den je:
    Den Globalisieren geht es mitnichten um unser Wohl.
    Gearbeitet wird in Wirklichkeit an einer Superbuerokratie bei der die EU in Bruessel nur ein Vorspiel war.
    Da mir und vielen Anderen die EU schon nicht Gutes tut, wird mir die Weltbuerokratie erst recht nichts Gutes tun.
    Wir werden wohl mal jetzt herabschauen muessen um zu sehen ob wir noch Beine haben die uns auf die Strasse zur Demo „Fuer regionale Loesungen statt Globalisierung“ tragen.

  2. hugin sagt:

    WIEDER EIN ABLENKUNGS-MANÖVER
    Maßnahmen welche dringend nötig wären, sind politisch nicht durchzusetzen.
    Die Gen-Firmen und die Chemische Industrie werden nicht zulassen, dass ihr Einfluss und Gewinn geschmälert wird! Die Grundnahrungmittel müssen im Bezirk erzeugt werden und nicht tausend Kilometer herangekarrt werden. Nur die heimische Landwirtschaft bietet Ernährungs-Sicherheit in Krisenzeiten! Verantwortungslose Politiker zerstören die bäuerliche Struktur vernichten Existenzen und machen vom Import abhängig.

  3. Gedöns ohne Inhalt sagt:

    Aha.
    Schon wieder Wohlstand sichern ? Wessen ?
    So wie der Euro ?
    Danke nein.

  4. Nemo sagt:

    Da sollte man doch mal bei Herrn Schmidt nachfragen wie sich Boioekonomie mit TTIP und CETA vereinbart.
    In den VSA wird viel Genmanipuliertes Mais – und Sojasaatgut verwendet das viel Pestizideinsatz ( Monsanto Round Up Ready ) erfordert. Dieses Genmanipulierte Saatgut ist gegen bestimmte Pestizide unempfindlich, alle anderen Pflanzen in der Umgebung von solchen Feldern aber nicht, sie sterben ab, genauso wie nützliche Insekten ( z. Bsp. Bienen ).

    Da frag ich mich manchmal, ob einer dieser Minister überhaupt weiß was sie fordern und wollen. Für mich ist Boiökonomie jedenfalls nicht kompatibel mit CETA und TTIP.