Tarif-Streit: IG-Metall droht mit Warnstreiks

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie müssen mit Warnstreiks rechnen. IG Metall fordert ein „verhandlungsfähiges Angebot bis Ende Januar. Die Beschäftigen verlangen 5,5 Prozent mehr Lohn. Rund 30 Prozent der Unternehmen hingegen geben an, Auftragslage und Umsatzerwartung hätten sich 2015 verschlechtert. Ein Abbau von Jobs sei nicht auszuschließen.

Im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie verhärten sich die Fronten zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. Die Tarifkommission der IG Metall in Nordrhein-Westfalen beschloss am Mittwoch einstimmig, es werde zu Warnstreiks kommen, wenn die Arbeitgeber zur zweiten Verhandlungsrunde in der nächsten Woche kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegten. Die Vorbereitungen für Arbeitsniederlegungen seien bereits angelaufen. „In NRW haben wir jederzeit die Möglichkeit, in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie unsere Stärke unter Beweis zu stellen“, erklärte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Knut Giesler. Die Friedenspflicht endet mit dem 28. Januar.

Auch in Baden-Württemberg hat die Gewerkschaft schon Vorbereitungen zu Warnstreiks ab 29. Januar getroffen. Die Arbeitgeber im Südwesten reagierten darauf unbeeindruckt. „Das sind wir gewöhnt“, sagte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf in Stuttgart. Der Arbeitgeberverband präsentierte eine Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen. Rund 30 Prozent der befragten Firmen geben an, ihre Auftragslage und Umsatzerwartung habe sich 2015 verschlechtert und es sei mit Beschäftigungsabbau zu rechnen. Wolf warnte, bei steigenden Lohnkosten werde Produktion weiter ins Ausland verlagert und in Deutschland Beschäftigung abgebaut. In der Metallindustrie müsse die Tarifentwicklung angesichts des schon hohen Niveaus „anhalten“.

Die IG Metall hält dagegen, die Gewinne in der Branche hätten im vergangenen Jahr den zweithöchsten Stand erreicht. Die Gewerkschaft fordert ein Lohnplus von 5,5 Prozent sowie neue Regelungen zu Alters- und Bildungsteilzeit für die bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche. Erste Gespräche der Tarifparteien waren ohne Ergebnis geblieben. Am Montag wird als erstem Bezirk in Baden-Württemberg weiterverhandelt.

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