Prüfkonzern SGS senkt Prognose für 2015

SGS rechnet mit Gewinn-Einbußen durch die Aufwertung des Franken von bis zu zehn Prozent. Im vergangenen Jahr beträgt der Umsatz knapp sechs Milliarden Franken und bleibt damit stabil. Es wird erwartet, dass andere große Unternehmen in der Schweiz ebenfalls ihre Gewinnprognose nach unten korrigieren.

Der Schweizer Inspektionskonzern SGS rechnet nach dem Kurssprung des Frankens mit einem Bremseffekt bei Umsatz und Gewinn. Die kommende Entwicklung sei schwierig abzuschätzen. Aber wenn das höhere Franken-Kursniveau bereits im vergangenen Jahr gegolten hätte, wären Umsatz und Betriebsgewinn jeweils um rund zehn Prozent niedriger ausgefallen, teilte der Konzern am Mittwoch bei der Vorlage der Bilanz mit.

Im laufenden Jahr rechnet SGS mit einem Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent anstatt der bisher angestrebten sechs bis neun Prozent. Die Gewinnmarge, die der vor der französischen Bureau Veritas und der britischen Intertek größte Prüfkonzern der Welt bisher Jahr für Jahr erhöhen wollte, dürfte zunächst einmal auf dem Niveau von 2014 verharren. An der Börse verlor die SGS-Aktie im frühen Geschäft fast vier Prozent.

Der Umsatz von SGS, der als erstes großes Schweizer Unternehmen seine Bilanz vorlegte, blieb 2014 mit 5,88 Milliarden Franken praktisch stabil. Der Gewinn kletterte um knapp fünf Prozent auf 629 Millionen Franken. Die Dividende soll um fünf Prozent auf 68 Franken je Aktie erhöht werden. Den Aktionären soll auch ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 750 Millionen Franken zugutekommen. SGS-Chef Christopher Kirk tritt Mitte März zurück und wechselt in den Verwaltungsrat. Zu seinem Nachfolger wird Frankie Ng, der bisher die Industriesparte leitete.

Vor knapp einer Woche gab die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Kampf gegen die Aufwertung des Frankens auf und ist seitdem nicht mehr bereit, Euro zu 1,20 Franken am Devisenmarkt zu kaufen. Der Euro fiel daraufhin auf einen Franken und der Dollar sackte um rund 15 Prozent ab. SGS, der Güter und Produkte aber auch Herstellungsverfahren auf Funktionsfähigkeit, Qualität und Umweltverträglichkeit testet, ist auf der ganzen Welt tätig und erwirtschaftet den größten Teil seines Umsatzes in ausländischen Währungen. Der Anteil der in der Schweiz anfallenden Kosten ist nach Firmenangaben begrenzt.

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