Neue AGB: Facebook wertet Surfverhalten für personalisierte Werbung aus

Die Bundesregierung kritisiert die neueste Änderung der Datenschutzbestimmungen von Facebook. Darin wertet der Internetkonzern die besuchten Webseiten der Nutzer aus, um personalisierte Werbung auf seinem Portal zu schalten. Auch der aktuelle Standort des Nutzers soll dafür verstärkt verwendet werden.

Der US-Internetkonzern Facebook haben den Ärger der Bundesregierung auf sich gezogen. Das Justizministerium warnt vor Gefahren durch neue Datenrichtlinien der Kommunikationsplattform Facebook.

Dem Justizministerium sind neue Richtlinien von Facebook ein Dorn im Auge. Um die Internet-Werbung stärker auf die Nutzer zuschneiden zu können, wertet das Unternehmen deren Surfverhalten verstärkt aus. Staatssekretär Ulrich Kelber kritisierte in der Zeitung Tagesspiegel, es bleibe unklar, welche Daten zu welchem Zweck verarbeitet, genutzt und ausgewertet würden. „Wenn Facebook permanent verfolgt, wie wir auf bestimmte Angebote im Netz reagieren, besteht eine große Gefahr, dass wir vorhersehbar und damit auch manipulierbar werden“, warnte Kelber. Als problematisch wertet er zudem, dass Nutzer mit dem Einloggen automatisch ihre Einwilligung geben. „Man wird gezwungen das Gesamtpaket zu wählen. Facebook lässt nur die Wahl: alles oder nichts.“

Nutzer haben keine andere Wahl als ihr Profil löschen, wenn sie den neuen Datenschutzrichtlinien nicht folgen wollen.

Facebook will künftig die Standortangaben mit denen von Freunden und mit Werbeanzeigen verknüpfen. So erhalten Nutzer Neuigkeiten, Produktinformationen sowie Aktivitäten der Freunde, die sich in der unmittelbaren Umgebung befinden. Wer das verhindern will, muss Facebook die Rechte an den GPS-Daten des Smartphones verweigern. Eine Auswertung der Ortsdaten sei dann nicht mehr möglich, berichtet der SWR.

Künftig sollen nicht nur die „Gefällt mir“-Angaben für personalisierte Empfehlungen verwendet werden, sondern auch die besuchten Internetseiten und verwendete Apps der Nutzer. Wer seinen Urlaub im Internet plant, wird voraussichtlich mehr Reiseanzeigen auf Facebook erhalten.

Facebook will künftig nur noch Werbung anzeigen, die für den jeweiligen Nutzer von Bedeutung ist. Mit dieser Strategie will Facebook auch seinen eigenen Vertrieb starten. Ein Kauf-Button soll es ermöglichen, Produkte über Facebook zu kaufen, ohne dabei das Portal verlassen zu müssen.

Das ermöglicht es Facebook wiederum, zu den Nutzungs- und Personendaten auch Zahlungsdaten zu speichern. Die Einkaufsgewohnheiten der Nutzer werden also künftig auch wieder ausgewertet, was zu neuen Empfehlungen führen kann. Der Kreislauf schließt sich.

Die Regelungen treten ab dem 30.Januar in Kraft. Wer sich dann einloggt, nimmt die neuen Datenschutzrichtlinien automatisch an und sollte vorher noch einmal seine Einstellungen überprüfen. Eine Mitteilung an Facebook an der eigenen Chronik bringt nichts. Andere Facebook-Produkte wie Whatsapp sind von dieser Änderung nicht betroffen. Doch hat Facebook bereits angekündigt, dessen AGB bei Bedarf anzupassen.

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