Lean Management: Industrie 4.0 braucht schlanke Prozesse

Der Wandel zur smarten Fabrik ist keine Revolution, sondern geschieht graduell. Prozesse in Produktion, Entwicklung und Verwaltung müssen schlanker werden. Digitalisierung. Industrie 4.0 ist zu einem der dynamischsten und wichtigsten High-Tech-Trends geworden.

Erst 27 Prozent der Industrie-Unternehmen in Deutschland haben sich konkret mit möglichen Smart-Factory-Projekten beschäftigt. Noch fühlen sich viele Industrie-Unternehmen offenbar nicht reif für den Übergang zur vernetzten Fabrik. Denn bevor mit der erfolgreichen Umsetzung begonnen werden kann, müssen Hausaufgaben erledigt sein. Es gilt, schlank und effizient in die Industrie-4.0-Welt zu starten. Lean Management und Digitalisierung gehören zusammen, wie der „Deutsche Industrie 4.0 Index“ der Unternehmensberatung Staufen zeigt.

„Der nächste Entwicklungsschritt zur intelligenten Fabrik muss 2015 erfolgen, damit Deutschlands Industrie weiter ihren globalen Spitzenplatz behält“, sagt Wilhelm Goschy, Vorstand der Unternehmensberatung Staufen AG. „Viele Führungskräfte haben allerdings noch nicht realisiert, dass sie bereits entscheidende Vorarbeiten in Richtung Industrie 4.0 erledigt haben. Denn das Fundament für die smarte Fabrik bilden effiziente Prozesse in Produktion, Entwicklung und Verwaltung. Der Übergang in die digitalisierte Welt gleicht daher nicht einer Revolution, sondern es handelt sich um einen evolutionären Prozess.“

Ein entscheidender Faktor in der digitalisierten Industriewelt ist der Mensch: „Stärker denn je gilt es künftig, mehr und offener nach einheitlichen Regeln zu kommunizieren. Dies betrifft insbesondere Führungskräfte, die vor Ort in der Werkhalle gefragt sind“, so Goschy.

Industrie 4.0 ist – neben Cloud Computing, IT-Sicherheit und Big Data Analytics – unter den Top Fünf der wichtigsten Hightech-Themen des Jahres, das hat die jährliche Trendumfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben. Danach hat sich Cloud Computing mit 64 Prozent der Nennungen wieder an die Spitze gesetzt. Im vergangenen Jahr lag IT-Sicherheit infolge des NSA-Skandals mit großem Abstand vorne. Allerdings hat das Thema Sicherheit bei den IT-Anbietern mit 61 Prozent Nennungen und Platz zwei kaum an Bedeutung eingebüßt. Big Data, also die Analyse groß er Datenmengen, etabliert sich in der Spitzengruppe und kommt auf 48 Prozent. Wichtigster Aufsteiger des Jahres ist das Thema Industrie 4.0, das es mit 42 Prozent der Nennungen erstmals in die Spitzengruppe geschafft hat (Vorjahr: Platz 10 mit 22 Prozent).

„Industrie 4.0 hat aktuell die größte Dynamik“, sagt Bitkom-Präsident Dieter Kempf. „Die Digitalisierung des produzierenden Gewerbes ist für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft von existenzieller Bedeutung.“ Auf Platz fünf des Rankings liegt das Thema Mobile Computing, das 40 Prozent der Befragten als wichtigen Trend nennen. Im Vergleich zum Vorjahr (47 Prozent) hat es damit zwei Plätze eingebüßt.

Als weiteres bedeutendes Thema nennen 28 Prozent der befragten IT-Manager den Einsatz sozialer Netzwerke und IT-gestützte Formen der Zusammenarbeit in Unternehmen oder anderen Organisationen, die unter dem Stichwort Enterprise 2.0 diskutiert werden.

Dagegen hat der Aufbau von Systemen für die externe Kommunikation in sozialen Medien in diesem Jahr an Bedeutung verloren. Nur noch 16 Prozent nennen Social Media und Social Business als wichtiges Thema im Vergleich zu 28 Prozent im Vorjahr. Presseinformation Industrie 4.0 erstmals unter den Top-Themen des Jahres Seite 2 Nach den Ergebnissen der Umfrage setzen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) zum Teil andere Prioritäten als große Unternehmen ab 500 Mitarbeiter. So sehen 60 Prozent der groß en IT

Nach den Ergebnissen der Umfrage setzen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) zum Teil andere Prioritäten als große Unternehmen ab 500 Mitarbeiter. So sehen 60 Prozent der groß en IT-Unternehmen Big Data Analytics als wichtiges Thema im Vergleich zu 44 Prozent der KMU. Industrie 4.0 ist für 52 Prozent der groß en Unternehmen von hoher Bedeutung, aber nur für 39 Prozent der Mittelständler. Auf der anderen Seite schätzen 43 Prozent der KMU das Thema Mobile Computing als zentrales Thema des Jahres ein im Vergleich zu 29 Prozent der befragten Großunternehmen.

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