Schweiz will aufholen und treibt Energiewende voran

Die Schweiz will mit der Liberalisierung des Strommarktes die Energiewende vorantreiben. Nirgends in Europa wird so wenig Energie aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen wie in der Schweiz. Spitzenreiter bei der Umsetzung der Energiewende ist Dänemark, Deutschland liegt hinter Spanien, Irland, Portugal und Schweden auf Platz 6.

Die Schweiz treibt den Atomausstieg und die Liberalisierung des Stromnetzes voran. Bis 2050 soll der in der Schweiz gewonnene Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien bestehen. Im Rahmen der Strommarktliberalisierung wurde die Swissgrid als neue Eigentümerin der Übertragungsnetze gegründet – diese haben einen Wert von rund 1,7 Milliarden Euro.

Die nationale Netzgesellschaft Swissgrid ist seit dem 3. Januar 2013 Eigentümerin des 6.700 Kilometer langen Schweizer Übertragungsnetzes mit mehr als 15.000 Strommasten und damit neben dem Betrieb auch für dessen Instandhaltung, Erneuerung und Ausbau verantwortlich

Der europäische Energiemarkt steht vor massiven Veränderungen, wie der Radikalumbau des Stromgiganten EON zeigt. Auch der Schweizer Strommarkt wird neu geordnet. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik. Bislang war die Schweiz laut Schweizerischer Energie-Stiftung europaweit bei erneuerbaren Energien zusammen mit Ungarn das Schlusslicht.

Nur 83 Kilowattstunden pro Kopf (kWh) werden in der Schweiz jährlich aus Sonne und Wind generiert, in Deutschland hingegen 1.040 kWh. Das zeigt eine Berechnung der Schweizerischen Energie-Stiftung SES. Die Schweiz hat zwar bei der Photovoltaik ziemlich zugelegt und ihre Stromproduktion aus Photovoltaik und Wind in den letzten vier Jahren mehr als verfünffacht. Im Vergleich zum übrigen Europa jedoch ist und bleibt die Produktion von neuen erneuerbaren Energien in der Schweiz kümmerlich.

Europaweit wird die Energiewende erfolgreich umgesetzt. Spitzenreiter Dänemark erzeugt mit 2.070 kWh/Kopf insgesamt rund 25mal mehr Strom aus Sonne und Wind als die Schweiz. Deutschland liegt im europaweiten Vergleich mit einer Pro-Kopf-Produktion von 1.035 kWh hinter Spanien (1.340), Portugal (1.181), Irland (1.089) und Schweden (1.040) auf Platz 6.

Die Windkraft hat in der Schweiz eigentlich nur 2011 einen relevanten Aufschwung erhalten: Die Produktion ist innerhalb eines Jahres verdoppelt worden. Seitdem stagniert das Wachstum bei rund 25 Prozent pro Jahr.

Die Schweiz habe grossen Aufholbedarf, damit sie bei der Nutzung von Wind- und Sonnenstrom nicht abgehängt wird, teilt die SES mit. Für die Schweiz als Innovationsweltmeister (gemäss Global Innovation Index) sei es unwürdig, in veralteten Technologien wie der Atomkraft zu verharren.

Kommentare

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  1. Onk-L sagt:

    wir (3-köpfige Familie) verbrauchen 1,5 KWh im Jahr.
    Die Gretchen-Frage ist – wo fliessen restlich erbeutete (3×1036)-1,5 kWh hin?

  2. kutscherkarl sagt:

    In Österreich ist nur das Burgenland und Niederösterreich bei renewable Strom im Vordergrund, wogegen ist Wien das Schlusslicht und die Wiener Stadtwerke erzeugen Strom aus teurem ERDGAS.
    Burgenland hat bereits den break even der Eigenversorgung erreicht und Niederösterreich steht knapp davor. So bleibt das von den Grünen verhinderte größte Do Ka We weiterhin in weiter Ferne und die Leistung der Donaukraft von 1 GW geht somit in die Atmosphäre über und der Smog über dem Wiener Becken besteht oftmals wochenlang. Damit steigt auch der Schuldenberg Wiens schon über 4 Milliarden.
    Alles fest in Roter Hand, so zu sagen.

  3. Daniel Juillerat sagt:

    Was in diesem Artikel nicht berücksichtigt wird:

    2/3 der Stromerzeugung der Schweiz beruht auf umweltfreundlicher und erneuerbarer Wasserkraft, 1/3 auf Atomkraft.
    In der Schweiz steht kein einziges Gas , Oel oder Kohlekraftwerk!
    Die Energiegewinnung ist somit um ein Vielfaches umweltfreundlicher als in den meisten westlichen Staaten, obwohl Wind und Solarkraft noch nicht ausgebaut sind.