Konkurrenz für Uber: Google entwickelt eigenen Fahrdienst

Mit einem eigenen Online-Fahrdienst wird Google zum schärfsten Konkurrenten für Uber. Der Internet-Riese will seine autonom fahrenden Autos mit dem Dienst verknüpfen. In der Vergangenheit hat Google Uber mit Millionen Dollar unterstützt. Sollte Google Uber Ressourcen wie Geld oder den Kartendienst entziehen, gefährdet das die Existenz des populären Fahrdienstes massiv.

Google entwickelt einem Agenturbericht zufolge ein Konkurrenzangebot zu dem umstrittenen Fahrdienst Uber. Der Internetkonzern arbeite an einem eigenen Dienst zur Vermittlung von Fahrten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine dem Vorstand von Uber nahestehende Person. Google selbst gehört zu den Geldgebern von Uber. Beide Firmen waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Uber vermittelt Fahrten per Smartphone und kassiert dafür eine Provision. Dabei ist der Dienst stark von Google Maps abhängig. Das könnte nun gefährdet sein. Der Dienst wurde zuletzt in immer mehr Ländern ausgebremst. In Deutschland läuft das Taxigewerbe seit langem Sturm.

Uber wird vorgeworfen, Fahrer ohne Lizenz und Versicherungsschutz zu beschäftigen. Das Unternehmen ist so erfolgreich, weil immer mehr Menschen Dienstleistungen über ihre Smartphones abrufen können. Das fordert alteingesessene Branchen heraus. Der technologische Fortschritt lässt neue Geschäftsmodelle entstehen, die weitgehend unreguliert neben etablierten Branchen bestehen und einen Mehrwert für die Konsumenten bieten.

Google arbeitet schon länger an Fahrzeugtechnik, die ohne einen Fahrer auskommt. Auch in Deutschland sind bereits Testfahrten mit unbemannten Fahrzeugen geplant. Denkbar ist, dass Google den eigenen Fahrdienst mit seinem autonom fahrenden Fahrzeug kombinieren will.

Dem Unternehmen zufolge könnten fahrerlose Autos bereits in zwei bis fünf Jahren in großem Stil eingesetzt werden. So könnten zum Beispiel Autos ohne Fahrer in geschlossenen Ortschaften patroullieren und Passagiere einsammeln und absetzen. Flotten von Carsharing-Services müssten lediglich mit der neuen Technologie ausgestattet werden. Die Infrastruktur dafür ist in Großstädten mit Anbietern wie DriveNow oder Car2Go bereits vorhanden.

Der nächste Schritt für Google ist die Vorstellung einer App, die es Nutzern erlaubt, sich in Fahrgemeinschaften zu verbinden. Wie Bloomberg berichtet, soll der Dienst dem einer Mitfahrzentrale ähneln. Das könnte Streit mit den Taxifahrern verhindern.

Denkbar ist auch, dass Google Uber irgendwann übernimmt. Denn der Suchmaschinen-Gigant ist einer der wichtigsten Geldgeber der Firma und hat in 2013 mindestens 258 Millionen Dollar in Uber investiert. Wenn Google die Zahlungen einstellt könnte Uber angreifbar werden. Zudem basieren alle Apps, mit denen Uber Fahrgäste und Fahrer zusammenbringt, auf Googles Kartentechnologie Maps. Der Kartendienst ist der beste auf dem Markt – Konkurrenten wie Apples Maps oder AOLs MapQuest gelten als schlechter – sollte Google Uber diesen Dienst entziehen, gehen dem Unternehmen immense Datensätze zur Analyse von Bewegungsmustern innerhalb von Städten verloren.

Uber muss sich dann um einen neuen Partner zur Entwicklung von autonomen Fahrzeugen suchen. Der Fahrdienst hat dafür bereits 50 Wissenschaftler eingestellt, berichtet Techcrunch. Mercedes überraschte auf der Detroit Motor Show mit einem autonom fahrenden Wohnzimmer – Konkurrenten Audi, Tesla und andere Hersteller arbeiten ebenfalls an der Technologie.

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