Siemens streicht 3.000 Stellen in Deutschland

Der Konzern-Umbau bei Siemens fallen weltweit 7.000 Stellen zum Opfer. Davon werden allein 3.000 in Deutschland gestrichen. Siemens-Chef Joe Kaeser hat zwei ganze Organisations-Einheiten im Konzern abgeschafft.

Siemens -Chef Joe Kaeser opfert seinem Konzernumbau Insidern zufolge weltweit mehr als 7000 Stellen. Allein in Deutschland würden mehr als 3000 Arbeitsplätze gestrichen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag. Siemens lehnte eine Stellungnahme ab. Der Abbau steht in einer langen Reihe von Jobkürzungen bei dem Traditionskonzern. Auch Kaesers Vorgänger hatten mit tiefen Einschnitte immer wieder für Aufregung gesorgt.

Kaeser hatte nach seinem Amtsantritt zwei Organisationsebenen bei Siemens abgeschafft. In der Sektororganisation sowie in den Regionalverwaltungen arbeiteten früher knapp 12.000 Beschäftigte. Kaeser hatte versprochen, für so viele Betroffene wie möglich eine andere Stelle im Konzern zu finden. Die mehr als 7.000 Beschäftigten sind nun offenbar überzählig. Siemens beschäftigte zuletzt weltweit 343.000 Mitarbeiter, davon 115.000 in Deutschland.

Zum Stellenabbau in der Verwaltung kommt außerdem noch der Wegfall von gut 1.200 Mitarbeitern im Energietechnikgeschäft. In der Belegschaft wird zudem befürchtet, dass der Abbau wegen der Investitionszurückhaltung in der Förderindustrie noch umfangreicher ausfallen könnte. Hinzu kommt die Sorge vor Kaesers Plänen im Umgang mit unrentablen Geschäftsfeldern. Der Manager hatte zuletzt angekündigt, spätestens bis Mai darüber zu entscheiden, was mit Einheiten passiert, die keinen Gewinn schreiben.

Im vergangenen Quartal sackte der Gewinn von Siemens binnen Jahresfrist um ein Viertel auf knapp 1,1 Milliarden Euro ab, wie der Konzern am Dienstag vor seiner Hauptversammlung mitteilte. Während die Umsätze um drei Prozent auf 17,4 Milliarden Euro kletterten, sank der Auftragseingang um 13 Prozent auf rund 18 Milliarden Euro.

 

Kommentare

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Siemens-Kaufmann Joe Kaeser kann Quittungen abheften und Zahlen addieren. Aber er hat keine zukunftsweisenden Vorstellungen wohin er seine Ingenieure führen, und wie er den einstmals weltweit anerkannten Siemens-Geist wieder aufwecken soll. In keinem strategisch wichtigen Innovationsfeld ist Siemens derzeit Marktführer. Damit ist es ein lahmer Hund und abschussgefärdet. Ach ja, von den Amis hat sich der Siemens-Kaufmann ins Fracking locken lassen. Als Aktionär würde ich schon allein deswegen mein Depot umschichten.

  2. W. Distler sagt:

    Gute Nachricht:
    Siemens begegnet dem Fachkräftemangel in unserem Lande.
    Der Globalplayer verzichtet endlich darauf, anderen Unternehmen
    in Deutschland dringend benötigte Fachkräfte vorzuenthalten.

    Danke Joe!!!!

  3. Leopold sagt:

    Auch nur ein Dampfplauderer.
    Siemens redet seit Jahrzehnten von Personalabbau. Und schürt damit die Ängste seiner Mitarbeiter. Dabei werden im Inland doch nur normale Abgänge nicht ersetzt. Denn kündigen kann derzeit Siemens niemanden! Also muss sich Herr Kaeser schon konkreter mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Umorganisieren und von Personalabbau reden sind die allerersten aber auch oberflächlichsten Schritte eines neuen Unternehmensführers!

  4. dood sagt:

    Er ist halt kaufmännisch vorbelastet. Werden Kaufmännische Vorsitzende gelehrt, der vorhandenen Belegschaft einen entsprechenden Arbeitsplatz zuweisen zu können ? Sprich Verantwortung für Untergebene zu übernehnem nicht nur ausschließlich für lauthals polternde Fondsgesellschaften, welche absolut keinen Beitrag an irgendeiner Wertschöpfung zu leisten vermögen ausser zu Geld zu sammeln um damit alle (Witschaftsbosse, Politiker, Steuerzahler) in die Pfanne zu hauen ? Kann es sein das hier im Westen was Falsch läuft und das die Schreihälse am meisten die Konten gefüllt bekommen ohne eine Gegenleistung ausser Geld zu sammeln unter Zuhilfenahme von Taschenspielertricks zustande gebracht zu haben ???