Abgaben zu hoch: Österreicher lehnen Steuererhöhung ab

In Österreich läuft eine Debatte über die Einführung einer Vermögens- sowie eine Änderung der Erbschaftssteuer. Doch Österreich hat bereits eine der höchsten Abgabenbelastungen in der EU. Die Schuldenkrise und die schwache Wirtschaft hat das Bewusstsein der Bürger für die eigenen Ausgaben geschärft.

Schulden machen ist aus der Mode geraten: Mehr als ein Drittel der Österreicher achtet seit der Finanz- und Schuldenkrise besonders auf seine Ausgaben. Jeder Euro wird mehrfach umgedreht. Auch die Flexibilität, also sich auf neue Lebenssituationen einstellen zu können, nahm in den Augen der Bevölkerung deutlich zu. Die österreichische Meinung zur Wertschätzung des eigenen Vermögens wird einer Studie von IMAS International zufolge auch von der Bevölkerung in Deutschland, Frankreich und Großbritannien geteilt.

Der IMAS zufolge ist die große Mehrheit der Bevölkerung vor diesem Hintergrund gegen eine Steuererhöhung. Österreich habe kein Einnahmen- sondern ein Ausgabenproblem, sagte, ÖVP-Wirtschaftssprecher Peter Haubner. „Der Staat muss damit beginnen bei sich selbst zu sparen“, sagte Haubner den Salzburger Nachrichten.

Die Einführung neuer Steuern würde das Ausgabenproblem nur kaschieren und verschieben. Österreich sei bereits ein Hochsteuerland. Die heimischen Unternehmer seien bereits am Limit der Ausgaben. Haubner erklärt einen Sparplan zum vorrangigen Ziel einer Steuerreform. Die ständige Debatte über neue Steuern sei schädlich für Wirtschaft, Standort und Arbeitsplätze.

ÖVP und SPÖ sind sich einig, dass der Eingangssteuersatz der Lohnsteuer von 36,5 auf 25 Prozent gesenkt werden soll. Das soll jedem Österreicher 1.000 Euro einbringen, heißt es Medienberichten zufolge aus den laufenden Verhandlungen. Doch Bei der Vermögens- und Erbschaftssteuer konnten die Parteien noch keine Einigung finden.

Die SPÖ will eine Vermögenssteuer einführen und Geringverdiener besser stellen. Die Entlastung kleiner und mittlerer Betriebe soll dazu die Binnenkonjunktur ankurbeln. Die österreichische Wirtschaft ist im vierten Quartal nach einer ersten Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) nicht vom Fleck gekommen. Im Vergleich zum Vorquartal stagnierte das Bruttoinlandsprodukt, wie das Institut am Freitag mitteilte. Grund dafür waren sinkende Exporte. Im ersten Halbjahr hatten die Ausfuhren noch für eine leichte Konjunkturbelebung gesorgt. Im gesamten vergangenen Jahr wuchs die österreichische Wirtschaft nach vorläufigen Zahlen um 0,3 Prozent.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    STEUER-SCHMÄH
    Kanzler Faymann hat eine „Studien-Reise“ in die Schweiz gemacht, um sich über die Vermögensbesteuerung (Nach seiner Ansicht eine Reichensteuer) zu informieren.
    Nach seiner Rückkehr hat er darüber schwadroniert, aber die schweizer MWST mit einem Höchstsatz von 8% (acht) hat er natürlich nicht erwähnt. So sieht sozialistische Politik aus !

  2. Alfred Beer sagt:

    Unsere Politiker rechnen mit der Dummheit der Bevölkerung, und das Schlimme ist, sie haben damit leider völlig Recht.
    Ansonsten können diese Wahlergebnisse ja gar nicht zustande kommen. ( jetzt aktuell 50% ÖVP in NÖ ).
    „Das soll jedem Österreicher 1.000 Euro einbringen“
    Wer glaubt denn das wirklich?
    Sie werden uns 1.000€ mehr geben und gleichzeitig 1.100€ wegnehmen mit neuen Steuern und Erhöhungen, aber sie werden sagen WIR haben den Eingangssteuersatz von 36,5% auf 25% gesenkt.
    Und dann werden sie sich gegenseitig auf die Schultern klopfen und die dummen Wähler ( klüger sind eigentlich die Nichtwähler ) werden klatschen.

    • Friedel Stumpf sagt:

      Zwei Dinge sind unendlich: Die Dummheit der Menschen und das Weltall, wobei ich mir bei Letzterem nicht ganz sicher bin!
      Einstein