Konzern im Umbruch: Daimler muss Rendite pro Fahrzeug steigern

Bei der Rendite pro Fahrzeug sind Audi und BMW deutlich besser als Daimler. Grund sind Kompaktwagen wie der Smart, die Daimler für junge Käufer anbietet. Nach einem Umbau des Konzerns will Daimler-Chef Zetsche die Marke profitabler machen.

Der Verkaufserfolg mit kleineren Autos wirkt sich beim Autobauer Daimler dämpfend auf die Gewinnentwicklung aus. „Die (Modell-)Mischung verschlechtert sich auf Basis des starken Wachstums von Kompaktwagen und dem Smart“, sagte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche am Freitag auf der Analystenkonferenz in Stuttgart. Günstig für die Rendite seien andererseits die Geländewagen, die in diesem Jahr neu herauskommen. Die Autopreise wolle Mercedes-Benz 2015 stabil halten.

Daimler hat sein Angebot an Kompaktwagen erneuert und ausgeweitet, um mehr junge Kunden zu gewinnen. Die Autos der A- oder B-Klasse werfen aber weniger Rendite ab als die Oberklassewagen. Der Autobauer nennt zu den einzelnen Modellen keine Zahlen. Experten schätzen aber, dass bei den Mercedes-Kompaktwagen weniger als fünf Prozent vom Umsatz an Gewinn hängen bleiben, während es bei der Nobellimousine S-Klasse mehr als 20 Prozent sein sollen.

Das Management habe sich vorgenommen, bei der Ertragskraft ein Niveau zu erreichen, das es bei Daimler bisher noch nicht gegeben habe, sagte Zetsche und bekräftigte die mittelfristigen Ziele. Danach soll die Umsatzrendite im Konzern operativ auf neun Prozent steigen, die in der Pkw-Sparte auf zehn Prozent – ein Niveau, das die Konkurrenten BMW und die Volkswagen-Tochter Audi längst erreicht haben.

Der Absatz der bislang vier kleineren Modelle stieg im vergangenen Jahr um ein Viertel auf rund 463.000 Stück – der Anteil am Absatz erhöhte sich damit auf 28 Prozent nach rund 25 Prozent im Jahr zuvor. Er soll noch weiter steigen auf mehr als 30 Prozent. Das macht es Daimler nicht einfacher, das Renditeziel von zehn Prozent in der Pkw-Sparte zu erreichen. Im vergangenen Jahr hatten die Schwaben die Quote um anderthalb Prozentpunkte auf acht Prozent gesteigert.

In diesem Jahr bringt Mercedes-Benz mit dem CLA Shooting Brake das fünfte und letzte Modell der Kompaktwagen-Familie heraus. Die Mischung aus Limousine und Kombi ergänzt die Mercedes A- und B-Klasse sowie den CLA und den kleinen Geländewagen GLA. Zetsche erklärte, die Verkaufszahlen gingen damit weiter nach oben. In den kommenden beiden Jahren sei, entsprechend dem Lebenszyklus der Modelle, mit Stagnation und dann mit Rückgang zu rechnen, ehe dann die neue Generation auf den Markt komme.

Der Konzern will nach den Worten von Vorstandschef Dieter Zetsche mit strukturellen Veränderungen die Profitabilität auf ein Spitzenniveau treiben. Das Wachstum des Konzerns sei mit steigenden Kosten verbunden. „Die strukturellen Veränderungen, die wir anstreben, werden diesen Anstieg jedoch deutlich begrenzen“, ergänzte er, nannte aber kein Sparvolumen.

Auf dem Konzernergebnis lasteten verschiedene Sonderfaktoren. So stellte Daimler weitere 600 Millionen Euro für eine drohende Geldstrafe der EU wegen eines Lkw-Kartells zurück, erzielte andererseits aber Zusatzgewinne durch den Verkauf seiner Anteile am US-Elektroautopionier Tesla und am Motorenproduzenten Rolls Royce Power Systems.

Der Umsatz von Daimler kletterte im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf knapp 130 Milliarden Euro. Der Absatz kletterte auf einen neuen Höchstwert von 2,5 Millionen Fahrzeugen. Das Konzernergebnis ging hingegen um 16 Prozent zurück auf 7,29 Milliarden Euro, da im Vorjahr über drei Milliarden Euro Sondergewinn aus dem Verkauf von Anteilen an Airbus (ehemals EADS) angefallen waren. Aktionäre sollen daher mit 2,45 (Vorjahr: 2,25) Euro je Aktie die höchste Dividende der Unternehmensgeschichte erhalten.

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  1. Premium-Gedöns sagt:

    Wie wäre es denn mal mit Premium Qualität anstelle des
    fortgesetzten Premium-Geschwätzes ?