OECD: Nur Reformen können Wachstum der Weltwirtschaft sichern

Die OECD hat in einer Studie die Staaten dazu aufgerufen, intensivere Reformen anzugehen. Sonst werde die Weltwirtschaft in den nächsten Jahren eine anhaltende Stagnation durchmachen. Deutschland müsse Bildung für alle zugänglich machen.

Der Weltwirtschaft droht nach Einschätzung der Industriestaaten-Organisation OECD eine anhaltende Stagnation. Nur mit ehrgeizigen Strukturreformen ließen sich die Konjunktur ankurbeln und die wachsende soziale Ungleichheit in vielen Ländern bekämpfen, machte OECD-Generalsekretär Angel Gurria am Montag kurz vor einem G20-Finanzministertreffen in Istanbul deutlich. „Es besteht die Gefahr, dass wir in eine langandauernde Phase geringen Wachstums geraten“, warnte er. Reformmüdigkeit gebe es hauptsächlich in den Industrieländern und hier vor allem in Japan und der Euro-Zone.

Für Deutschland kritisiert die OECD die niedrige Frauenquote bei Vollzeitstellen. Außerdem reichen die angestellten Bemühungen im Bildungssektor nicht aus: Höhere Bildung ist immer noch stark abhängig vom sozio-ökonomischen Hintergrund, stellt die OECD in ihrem Länderbericht zu Deutschland fest.

Die Krisenländer Griechenland, Irland, Portugal und Spanien haben unter dem Druck ihrer Schuldenprobleme massive Veränderungen vorgenommen. Doch Syriza will zahlreiche Maßnahmen nach ihrem Wahlsieg in Griechenland rückgängig. Auch in Spanien nimmt der Einfluss der Protestparteien zu. In den meisten Schwellenländern – darunter China und Mexiko – habe das Reformtempo zugelegt.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verwies auf die schwindenden Spielräume in Geld- und Fiskalpolitik in den 20 größten Industrie- und Schwellenländern (G20). Strukturreformen und Investitionen seien daher entscheidend, um für nachhaltigeres Wachstum zu sorgen. Im Vordergrund sollten insbesondere Schritte zur Steigerung der Arbeitsproduktivität stehen. „Eine ehrgeizige Reformagenda kann dabei helfen, neue Jobs zu schaffen sowie die Produktivität und Nachfrage zu steigern“, sagte Gurria.

Er warnte vor einem Teufelskreis aus permanenter Konjunkturschwäche und zunehmenden sozialen Verwerfungen. Einer OECD-Studie zufolge stieg das durchschnittliche jährliche verfügbare Einkommen von ganz armen Haushalten zwischen 1995 und 2011 nur um 0,05 Prozent. In der oberen Mittelklasse betrug der Zuwachs dagegen 0,92 Prozent und in reichen Haushalten 1,01 Prozent.

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