Keine neuen Sanktionen: Russischer Automarkt bricht ein

In Russland werden dieses Jahr rund 35 Prozent weniger Autos verkauft werden als noch im Vorjahr. Laut einer Studie kommt es nur noch zu einem Absatz von höchsten 1,75 Millionen Fahrzeugen. Das trifft vor allem die großen deutschen Autobauer. Die EU-Außenminister haben in Brüssel eine geplante, minimale Ausweitung der Sanktionen gegen Russland nicht umgesetzt.

Großen Autobauern wie Volkswagen, BMW und Daimler droht ein rabenschwarzes Jahr im Russlandgeschäft. Der dortige Markt wird einer Studie zufolge 2015 noch stärker einbrechen als im Vorjahr. Die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers teilte am Montag mit, in Russland nur noch mit einem Branchenabsatz von 1,52 bis 1,75 Millionen Fahrzeugen zu rechnen. Das wäre ein Minus von 25 bis 35 Prozent. Im vergangenen Jahr waren die Verkäufe um zehn Prozent auf 2,34 Millionen Wagen zurückgegangen.

Der Markt war lange einer der Wachstumsgaranten für die Autobranche. Doch vor allem seit Ausbruch des Ukraine-Konflikts und den gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen des Westens hat sich das Bild geändert. Seitdem hat der Rubel massiv an Wert verloren und die Wirtschaft steckt in einer schweren Krise.

Wegen des bevorstehenden Gipfeltreffens zum Ukraine-Konflikt in Minsk verschiebt die EU das Inkrafttreten erweiterter Sanktionen auf kommenden Montag. Mit der verzögerten Umsetzung solle dem Frieden eine Chance gegeben werden, sagte der französische Außenminister Laurent Fabius am Montag in Brüssel. Eigentlich wollten die EU-Außenminister eine allerdings nur äußerst überschaubare Erweiterung der Sanktionen bei ihrem Treffen in Brüssel ohne weitere Aussprache beschließen. Angesichts der jüngsten Vermittlungsbemühungen Deutschlands und Frankreichs wurde der Punkt aber mehrere Stunden lang diskutiert. Die Außenminister kamen überein, die Entscheidung zu vertagen – wohl auch deshalb, weil die europäische Wirtschaft die Folgen immer stärker zu spüren bekommt.

Die geplanten Maßnahmen sollten Reisebeschränkungen und Kontensperrungen für 19 ukrainische und russische Personen sowie neun Einrichtungen beinhalten. Nach Angaben von EU-Diplomaten vom Freitag war auch der stellvertretende russische Verteidigungsminister Anatoli Antonow für die Sanktionsliste vorgesehen.

Am Mittwoch werden der russische Präsident Wladimir Putin, sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko sowie der französische Präsident Francois Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zusammenkommen, um einen Waffenstillstand zu erreichen. Einen Tag später wollen die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel über die weiteren Schritte im Ukraine-Konflikt beraten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft in Washington US-Präsident Barack Obama. Der US-Präsident steht unter dem Druck der neokonservativen Hardliner, Waffenlieferungen in die Ukraine auf den Weg zu bringen – ein Anliegen, dass Merkel und die wirtschaftlich starken EU-Staaten ablehnen, von anderen Ländern wie etwa Polen und Litauen unterstützt wird. US-Militärexperten waren vor einem Stellvertreterkrieg des Westens gegen Russland auf dem Territorium der Ukraine.

Kommentare

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  1. Alfred Beer sagt:

    Na, das kommt ja völlig überraschend.

    Ja was haben denn diese ferngesteuerten Deppen geglaubt.
    Die Russen werden das schön hinnehmen, oder was.

    Überschriftänderung wie von „so-ist-es“ vorgeschlagen wäre ehrlicher.

  2. so-ist-es sagt:

    Die Überschrift wäre richtiger mit:

    „Deutscher Automarkt in Russland bricht ein.“

  3. Miesmacher sagt:

    Die Ohnmacht des Westens, seine eignen Interessen zu vertreten wurde noch nie deutlicher! Nato- EU- Europa ist das geostrategische Einflussgebiet der USA zur Einhegung der “ deutschen Gefahr“! Oberstes Ziel der US-Politik zur Beherrschung seiner Kriegsbeute: Die Deutschen müssen unten gehalten werden, die Russen einkreisen und militärisch kontrollieren. Die dummen Deutschen müssen mitspielen und bluten, wenn es sein muss! Deutschland gilt es von Russland zu entfremden, soweit, dass es keine Brücken mehr gibt außer der atlantischen! Putin hat das Spiel durchschaut und der Westen läuft in die Falle der US- Dominanzstrategie und der natürlichen Reaktion! Wer Frieden will, darf nicht mit dem Feuer spielen. Das tut aber der US-abhängige Westen und ist somit auch der Kriegstreiber! Die US-Ökonomie wähnt sich als der Gewinner , wenn der Westen seine Absatzmärkte und Energie-Quellen in Russland selbst zerstört! Die möglichen Folgen dieser verantwortungslosen Kriegstreiberei sind absehbar!! US-Marionetten auf der einen Seite und ein stoischer russischer Bär! Das wird nicht gutgehen!