Export-Absicherung nach Russland wird teurer

Das Wirtschaftsministerium verteuert die Absicherung der Exporte nach Russland. Grund ist der aktuelle Bericht der OECD, der in Russland ein erhöhtes Ausfallrisiko sieht. Die Bundesregierung sichert Produkte von Export-Firmen im Wert von 2,2 Milliarden Euro ab.

Für deutsche Exporteure wird die staatliche Absicherung ihrer Ausfuhren nach Russland teurer. Das Wirtschaftsministerium erklärte am Montag in Berlin, Hintergrund sei eine geänderte Risikobewertung Russlands durch die Industrieländerorganisation OECD. Bisher rangierte Russland in der Risikokategorie drei von insgesamt sieben Einstufungen. Seit Freitag gelte für Russland die riskantere Kategorie vier. Die OECD-Länderkategorie hat Einfluss auf die Höhe des Entgelts, das ein Exporteur für die Übernahme einer Hermes-Exportkreditgarantie entrichten muss.

Trotz der Sanktionen wegen der Ukraine-Krise hatte die Bundesregierung 2014 deutsche Exporte im Volumen von 2,2 Milliarden Euro durch Hermes-Bürgschaften abgesichert. Das war nur geringfügig weniger als 2013. Damit liegt Russland weit vor anderen Exportzielen wie Saudi-Arabien, der Türkei oder China.

Die Länderrisikoexperten der OECD bewerten jährlich 42 Staaten der Regionen Europa, GUS, Mittlerer Osten und Nordafrika. Dabei nehmen sie keine politischen Wertungen vor, sondern stützen sich auf volkswirtschaftliche Rahmendaten und die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung sowie die bisherigen Zahlungserfahrungen der Mitgliedstaaten mit dem jeweiligen Land.

In Regierungskreisen hieß es, Anlass für die höhere Länderkategorie Russlands sei die gesamtwirtschaftliche Situation Russlands, die sich 2014 auch wegen der Sanktionen abgekühlt habe. Auch 2015 sind die Wachstumserwartungen negativ.

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