Gigantische Daten-Analyse: Freiwillige suchen nach Leben im All

Ein Netzwerk von über 3,5 Millionen Computern wertet Daten aus dem All auf der Suche nach außerirdischem Leben aus. 160.000 dieser Freiwilligen kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. In neunzig Prozent aller Galaxien verhindern tödliche Gammastrahlen jedoch die Entstehung von komplexen Lebensformen.

Beweise für außerirdisches Leben sind in den nächsten 20 Jahren möglich, erklärten vor kurzem amerikanische Wissenschaftler vor dem US-Kongress. Maßgeblichen Anteil daran haben mehr als 1,5 Millionen Freiwillige, die Computer zur Auswertung von Funksignalen aus dem All zur Verfügung stellen. Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligen sich zurzeit mehr als 160.000 Personen an der Suche, teilt VoluNation, ein Portal für weltweite Freiwilligenarbeit, mit.

Forscher der Universität Berkeley lassen gewaltige Datenmengen aus dem Weltraum auswerten. Da kein Computer der Erde hierfür groß genug ist, wurde eine spezielle Software entwickelt, die jeder auf seinem Rechner installieren kann. Sie sorgt dafür, dass Funksignale aus dem All immer dann ausgewertet werden, wenn der Rechner gerade nicht genutzt wird. Über 3,5 Millionen Computer wurden bisher von den Freiwilligen bereitgestellt. Einen Beweis für die Existenz außerirdischen Lebens gibt es bislang noch nicht. Die Wissenschaftler haben aber bestimmte Regionen im All entdeckt, die jetzt gezielt untersucht werden.

Viele Freiwillige stellen nicht nur ihre Rechner zur Verfügung, sondern äußern  sich auch zu aktuellen Themen der Außerirdischen-Suche. Anfang Februar 2015 lehnten sie in einer Mitteilung Pläne von Forschern ab, Funksignale von der Erde in den Weltraum zu senden. Sie befürchten, dass die Signale von feindlichen Intelligenzen empfangen werden und fordern eine weltweit geführte Debatte, bevor auch nur ein Signal versendet wird.

Die große Zahl der Freiwilligen kommt zustande, weil Menschen glauben, das Universum sei groß und alt genug, so dass sich Leben auch anderswo ausbreiten müsse. Dieser Gedanke – das Fermi-Paradoxon genannt – wird nun von den Astrophysikern Tsvi Piran von der Hebrew University in Jerusalem und Raul Jimenez von der Universität Barcelona angezweifelt. Die Forscher begründen ihre Skepsis damit, dass die Entwicklung neuen Lebens durch eine hohe Konzentration von Gammastrahlen unmöglich gemacht wird.

Die gewaltigen Blitze dieser elektromagnetischen Strahlung treten so häufig auf, dass sie zu den energiereichsten Phänomenen gehören, die der Forschung bekannt sind. Im Verlauf einiger Sekunden bis Minuten entsenden sie so viel Strahlung ins All wie unsere Sonne während ihrer gesamten, mehrere Milliarden Jahre dauernden Existenz, berichtet die NZZ.Ihre Ursache ist unklar. Vermutungen gehen davon aus, dass die Verschmelzung schwarzer Löcher dahinter stecken könnten. Andere Theorien gehen von dem Kollaps von besonders massiven Sternen aus.

Den Berechnungen der Forscher liegt die Häufigkeit dieser Gamma-Blitze in einer bestimmten Galaxie zugrunde. Die daraus kalkulierte Wahrscheinlichkeit außerirdischen Lebens veranlassen Piran und Jimenez zu großer Skepsis. Vor fünf Milliarden Jahren warn Gammablitze noch so häufig, dass nirgendwo im Universum die Entstehung von Leben möglich gewesen wäre, so die Forscher. Auch unsere Erde hätte ihnen zufolge in den 4,6 Milliarden Jahren ihrer Existenz bereits einmal von so einem gewaltigen Blitz getroffen werden müssen – die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei neunzig Prozent.

Insgesamt könne sich in nur zehn Prozent aller existierenden Galaxien Leben verbreiten. Das bedeutet, dass es etwa 100 Milliarden Planetensystem gibt, in denen sich Leben entwickeln kann. Für Bakterien und andere niedere Lebensformen ist die Zahl noch größer, da diese einen Gammablitz überstehen könnten. Doch für höher entwickeltes Leben bedeutet heftige Gamma-Strahlung das Ende.

Kommentare

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  1. karl sagt:

    Der Mensch lebt für den Augenblick und erkennt nicht die Dimension der Ewigkeit.
    Soist es völlig belanglos ob Gammastrahlen das LEBEN verhindern, denn Leben ist Materie-Implizit und daher zeitlos.
    In millionen Jahren kann wiederum Leben aus dem quasi Nichts entstehen, wenn es die Augenblickssituation zulässt, wie das auf der der Erde der Fall list.
    Signale aus millionen Lichtjahren Entfernung , können erst auch in Jahrmillionen die dortige Tatsache übermitteln, ob dort Leben existiert, aber sind nicht dazu geeignet, den Jetztzustand zu vermitteln. Das ist auch der Grund, warum keine solchen Signale zu empfangen sind. Solche Signale müssten schon aus unserer Nachbarschaft in unserer Milchstrasse herstammen und dies ist sogar schon zu weit weg.
    Die Entstehung von Leben auf einem Planeten ist auch anhand des Lebens auf der ERDE gut erkennbar und wesentlich ist die Entstehung von Intelligenz, welche eine solche Erkenntnis ermöglicht. Intelligenz verlangt aber nach Freiheit, nach Befreiung und Unabhängigkeit von Zwang und Unterdrückung, dazu bedarf es Intelligenz, diese
    Befreiung zu erlangen: https://eckieok.wordpress.com/