Bedeutung von Sozialen Medien für die Personalsuche steigt

Xing, LinkedIn und Facebook werden für die Personalsuche von Unternehmen wichtiger. Nach dem Kauf von Jobbörse.com durch Xing wird sich dieser Trend fortsetzen. Die Chance für Unternehmen, passende Bewerbungen auf ihre Stellenausschreibungen zu bekommen, steigt mit den sozialen Medien.

Soziale Medien wie Xing, Facebook und LinkedIn werden immer häufiger für die Personalsuche eingesetzt. Jeder Dritte (33 %) von 200 befragten HR-Managern hat über diese Kanäle jedoch noch nicht erfolgreich rekrutiert. Bei Personalentscheidern, die über Social Media bereits erfolgreich rekrutiert haben, konnte weniger als die Hälfte (44 %) einen neuen Mitarbeiter über Xing gewinnen.

Dieser Anteil wird sich voraussichtlich stark erhöhen: Xing gab im Januar den Kauf der Intelligence Competence Center (Deutschland) AG für zunächst 6,3 Millionen Euro bekannt. Das Unternehmen mit Sitz in Aschaffenburg betreibe die größte Jobsuchmaschine im deutschsprachigen Raum unter der Adresse „www.jobbörse.com“. Bereits jetzt bekommen Mitglieder maßgeschneiderte Stellenausschreibungen in ihrem Profil angeboten.

Unternehmen, die auf sozialen Medien präsent sind, erhalten durch die Empfehlungen an die Mitglieder Bewerbungen, die eher auf die Stellenausschreibung passen. Bei Facebook (24 %) und LinkedIn (20 %) fällt die Erfolgsquote noch geringer aus als bei Xing, ergibt die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half. Doch Investoren sind auch vom Wachstum von LinkedIn überzeugt. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz überraschend um 44 Prozent. Immer mehr Firmen nutzen LinkedIn, um Bewerber zu beurteilen.

Die meisten Unternehmen nutzen Social Media Portale vor allem, um Stellenangebote zu bewerben und eine größere Anzahl an potenziellen Bewerbern zu erreichen: Für 37 Prozent der Befragten ist das der Hauptvorteil. Die aktive Identifizierung von geeigneten Kandidaten sehen 28 Prozent als größten Pluspunkt. Und immerhin mehr als jedes zehnte Unternehmen in Deutschland (12 %) schätzt die Möglichkeit, bei der Auseinandersetzung mit einem Kandidaten dessen Social Media Profile überprüfen zu können.

„Das schnelle Aufsetzen eines Social Media Unternehmensprofils und die Möglichkeit, direkt mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu treten, lässt nur dem Anschein nach die Personalsuche einfacher erscheinen“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half. Gerade viele kleine und mittelständische Unternehmen verfügten nicht über die notwendigen Ressourcen, um in den sozialen Medien langfristig aktiv zu werden und mit Bewerbern auf diesen Kanälen zu interagieren.

Auch wenn Social Media das Recruiting stark verändert hat, lassen die Studienergebnisse darauf schließen, dass sie kein Ersatz für traditionelle Methoden der Personalgewinnung sind. Social Media stößt nach dem Auswahlverfahren der Bewerbungen an seine Grenzen. Im persönlichen Gspräch stellt sich immer noch am besten heraus, wie sehr Job und Bewerber zueinander passen und wie Bewerber auf simulierte Stresssituationen reagieren.

Unternehmen sollten nicht zu schnell urteilen. Wie ein Kandidat seine Social Media-Profile pflegt oder ob er überhaupt dort vertreten ist, lässt keine Aussage über seine Eignungen und Fähigkeiten zu. Nur weil jemand besonders viel postet, muss das nicht heißen, dass er auch im Job äußerst engagiert ist.

Ein Blick in die Social Media-Profile kann den Eindruck des Bewerbers bestätigen, aber auch ins Gegenteil verkehren. Lockere Umgangsformen auf Xing, LinkedIn oder Facebook und Selfies sagen noch nichts darüber aus, wie professionell ein Kandidat arbeitet. Xing und Facebook nutzen viele primär für private Kontakte.

Social Media ist kein Ersatz für den persönlichen Handschlag: Viele Unternehmen glauben, ihre bisherigen Recruiting-Maßnahmen durch Social Media ersetzen zu können. Dabei gehen jedoch wichtige Informationen verloren – zum Beispiel wie potenzielle Kandidaten auf Stresssituationen reagieren und ob sie als Persönlichkeit in Ihr Team passen.

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