Euro-Wirtschaft: Frankreich und Italien stagnieren

Die Wirtschaft im Euro-Raum wuchs im vierten Quartal 2014 nur mäßig: Italien und Frankreich stagnieren, Griechenland schrumpft. Deutschland und Spanien wachsen, allerdings auch nur auf beschiedenem Niveau.

Eurostat meldet, dass die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum im vierten Quartal 2014 um 0,9 Prozent gewachsen ist. Das ist für ein Schlussquartal an sich schon bescheiden. Zugleich muss berücksichtigt werden, dass in diesem Zeitraum die Sanktionen gegen Russland erst beschlossen wurden – ihre volle Wirkung werden sie erst im ersten Quartal entfalten.

Besonders Frankreich und Italien konnten sich weder die EZB-Geldschwemme noch den niedrigen Ölpreis zunutze machen. Frankreich wuchs gerade einmal um 0,1 Prozent. Zudem droht ein Rückschlag beim Abbau der Neuverschuldung. Das Erreichen des Defizitziels für 2015 von 4,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sei „unsicher“ sagte der Chef des Rechnungshofes, Didier Migaud, am Mittwoch in Paris. Er appellierte an die Regierung, sorgsam mit öffentlichen Geldern umzugehen. Andernfalls drohe dem Land ein Vertrauensverlust an den internationalen Märkten. Ein Regierungssprecher sagte, es bleibe bei der bisherigen Vorgabe. Frankreich hat bereits mehrfach die Defizitziele verfehlt. Das Land leidet unter einer Konjunkturflaute und Rekordarbeitslosigkeit, was auf die Steuereinnahmen und damit den Staatshaushalt durchschlägt.

Italien stagnierte offiziell. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte in den letzten drei Monaten des vorigen Jahres, wie das Statistikamt in Rom am Freitag mitteilte. Im Sommer war die Wirtschaftsleistung zum Vorquartal um 0,1 Prozent gesunken. Damit hat sich seit 14 Quartalen in Folge kein Wachstum mehr eingestellt. Im Jahr 2014 schrumpfte das BIP um 0,4 Prozent. Ministerpräsident Matteo Renzi war Anfang vorigen Jahres mit dem Versprechen angetreten, die Konjunktur der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

Deutschland meldet 0,7 Prozent Wachstum und profitiert damit im Unterschied zu den südeuropäischen Staaten von den günstigen Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft. Auch Spanien meldet ein Wachstum von 0,7 Prozent. Hier ist noch unklar, woher das Wachstum gekommen sein soll.

Die EU-Kommission hofft, mit der von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgelösten Geldschwemme die Wachstumsaussichten auf 1,3 Prozent treiben zu können.

Kommentare

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  1. popper sagt:

    Die „Geldschwemme“ bewirkt, dass der DAX steigt. Damit zeigt sich, dass das meiste Geld von den Banken ins „Spielcasino“ umgeleitet wird. In der Wirtschaft kommt schon deshalb nichts an, weil die Wirtschaft keine Kredite nachfragt. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass Europa sich im Deflationsmodus befindet und die Löhne, Renten und Sozialleistungen in den Südländern radikal gekürzt wurden und in den Nordländern immer noch Lohnmoderation die Maxime ist. Wo also soll die Nachfrage herkommen, die Unternehmen veranlasst ihre Kapazitäten auszuweiten. Solange die Eurogruppe nicht begreift, dass die unter dem Druck der deutschen Regierung forcierte Austeritätspolitik kläglich gescheitert ist und Griechenland nach der Wahl kompetent den Weg aus der Krise weist, werden der Euro und Europa scheitern.

  2. karl sagt:

    Überbordende Bürokratismus würgt jegliche Regung des Bürgers ab.
    Eine Revitalisierung einer alten Sägemühle in Niederösterreich haben an die 26 Landesbeamte auf Geheiß des LH an der Verhinderung mitgewirkt, weil ein Freund des ehem. Landeshauptmannes daran Interesse hatte, diese kleine Liegenschaft für sein Jagdhobby zu besitzen. So wurde das Abbergen von Treibholz aus der Großen Krems und zusammenschlichten auf der Wiese durch die hörigen Landesbeamten bestraft und es musste dagegen erfolgreich beim Verwaltungs Gerichtshof Beschwerde eingbracht werden. Der LH NÖ hat dieses Verfahren verloren und musste aus öffentl. Hand die Kosten bezahlen. Diese Sägemühle ist heute auf Grund der Behördeschikane eine Ruine.Das ist kein EInzelfall.. Dieser besondere Freund des LH wurde übrigens wegen Veruntreuung von Versicherungsgeldern gerichttlich verurteilt.
    SolcheZustände verderben natürlich jeglichen Fortschritt und sind Zeichen, dass die Herrschenden die Staatsgewalt für ihre persönlichen Zwecke benutzen.