Industrie fordert Anreize für Rente mit 70

Der BDI will Arbeitnehmer, die bis zum siebzigsten Lebensjahr arbeiten, finanzielle Anreize bieten. Zugleich kritisierte BDI-Präsident Grillo die von der großen Koalition beschlossene Rente mit 63, die viele Betriebe vor Probleme stelle, weil oftmals wertvolle Fachkräfte verloren gingen.

Industriepräsident Ulrich Grillo will Arbeitnehmer für einen späteren Renteneintritt belohnen. In einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung forderte er am Samstag finanzielle Anreize für Menschen, die erst mit 70 aus dem Beruf ausscheiden wollen. „Wir sollten über Modelle nachdenken, die dazu beitragen, dass die Menschen länger im Arbeitsleben bleiben wollen und dafür natürlich angemessen honoriert werden“, sagte Grillo. Zugleich kritisierte er die von der großen Koalition beschlossene Rente mit 63, die viele Betriebe vor Probleme stelle, weil oftmals wertvolle Fachkräfte verloren gingen.

„Auf motivierte Mitarbeiter sollten wir nicht verzichten müssen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI): „Es gibt auch solche, die erst mit 70 Jahren in Rente gehen wollen.“ Scharfe Kritik übte Grillo außerdem am gesetzlichen Mindestlohn. Dieser werde die Wirtschaft nicht vor die Wand fahren, sei aber „ein erheblicher Bremsklotz“.

Kommentare

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  1. Joachim von Lindern sagt:

    Bis 70 arbeiten sollen, aber man bekommt von der Wirtschaft in Baden-Württemberg als Maschinenbautechniker und ausgebildeter Qualitätsmanager im Alter von 47 Jahren keine Chance mehr auf eine Stelle von der man angemessen leben kann. Über 50 Bewerbungen nach allen Regeln der Kunst mit dem mageren Ergebnis von drei (!)Vorstellungsgesprächen und einer einzigen Zusage zum Minimallohn. Was sollen wir dann arbeiten? Tüten packen im Einzelhandel?
    MfG

  2. Drulli sagt:

    Zwischenfrage: Wer hindert denn Unternehmen daran, ihren „wertvollen“ Fachkräften auf privater Basis heute schon seektiv Anreize zum Bleiben zu bieten? Ach, ich vergesse immer wieder, es geht ja darum. die Vorteile zu nutzen, aber die Kosten der Allgemeinheit aufzubrummen. Warum wohl, will so gut wie jeder, so früh es nur geht raus aus der alltäglichen Arbeitsmühle???

  3. Hans von Atzigen sagt:

    Langfristdenken ist offensichtlich nicht die Stärke der Wirtschaft.
    Wurde da nicht vor knapp 15-20 Jahren die zu Früh- Verrentung
    als Heilmittel gegen Arbeitslosigkeit angepriesen.?
    Und schon das Nächste Ding. Ein steigender Billiglohnsektor
    kombiniert mit einem längst im Übermass aufgeblasenen
    Dienstleistungs- Sektor. Offenbar beginnt es zu Dämmern
    das ein weiteres Ding auch nicht Tragfähig ist, das Ding
    mit der vielgepriesenen Dienstleistungswirtschaft- Gesellschaft.
    Fragt sich nur noch wann es dämmert das ein
    Billiglohn und Dienstleistungsheer schlecht fürs Geschäft ist.
    Denn der steigende Anteil des Dienstleistungssektors generiert
    einfach NICHT die Kaufkraft die für den Absatz von
    Hochwertigen Gütern notwendig ist.
    Die Proportionen geraten zunehmend aus dem Lot.
    Tja bleibt wohl in nicht allzu ferner Zukunft nur die Suche
    nach Kaufkräftigen Kunden im Universum übrig.
    Freundliche Grüsse

  4. Beobachter sagt:

    Wer bis zu seinem dreißigsten Lebenjahr studiert sollte erst mit 75 Jahren in Rente gehen dürfen um die 45 Jahre Beiträge zu zahlen, geht er früher hat er Abzüge.

    Wer mit Fünfzehn oder Sechzehn angefangen hat auf dem Bau zu malochen sollte mit 60 bzw 61 ohne Abzüge in Rente gehen dürfen. Wenn er will darf er natürlich länger arbeiten.

    Wichtig als Nullpunkt sind die 45 Beitragsjahre.

    Da der Herr Grillo ja sowieso nur studierte Fachkräfte wünscht sollte er doch kein Problem haben, oder?

    Wenn mir mein Chef das drei- oder vierfache dessen zahlen würde was ich bisher verdiene würde ich vielleicht ein Jahr länger arbeiten. Alles reine Verhandlungssache. 😀