Mode-Hersteller entwickeln smarte Kleidung

Smarte Kleidung misst die Bewegungen von Kindern. Kleider können ihre Muster ändern und Jacken werden zu Ladestationen für Smartphones. Auf der Fashion Week in London stellt Ralph Lauren ein Shirt vor, das Herzschlag, Atmung und Stresslevel des Trägers misst.

Die Modeindustrie springt auf den Trend der Wearables auf. In fünf bis zehn Jahren verschwinden all die kleinen nützlichen Apps, die bislang noch im Smartphone integriert sind, in der Kleidung. Die Modefirma Ralph Lauren bringt bald ein T-Shirt auf den Markt, das den Herzschlag, die Atmung und den Stresslevel seines Trägers messen kann.

„Die Technologie hat sich bis zu einem Punkt weiterentwickelt, an dem sie in Textilien eingearbeitet werden kann. Das war vor sechs Monaten noch nicht möglich“, sagt David Lauren dem Guardian. David ist der Sohn von Gründer Ralph Lauren. „Das Ziel ist es jetzt, diese technischen Möglichkeiten in alle Arten von Kleidung einzuarbeiten.“

Denkbar ist zum Beispiel bestimmte Kleidung für Kinder, die den Eltern meldet, ob sie genügend Bewegung bekommen. Jacken können Warnungen abgeben, wenn der Blutdruck ihres Trägers zu hoch ansteigt. T-Shirts können die Farbe ändern, wenn sich die Stimmung des Trägers ändert.

Künstler haben den Trend schon lange für sich entdeckt. Die Hip Hop Band Deichkind trägt bei ihren Bühnenshows Sakkos, die mit Smartphones bestückt sind. Die Band beschäftigt einen eigenen Ingenieur, der 200 nagelneue Smartphones mit der Flex angeschliffen hat, berichtet Motherboard.

Die Modeindustrie will ein Stück des Wachstums für sich gewinnen, das Elektronikhersteller mit dem Vertrieb von Wearables machen. „Ein Teil des Geldes, das die Konsumenten für Kleidung ausgegeben haben, geben sie jetzt für Elektronikartikel aus“, sagt Stéphane Marceau, der für Ralph Lauren smarte Sportkleidung entwickelt. „In ein paar Jahren erwartet man automatisch von Kleidung, dass sie mit dem Smartphone verbunden werden kann.“

Zuerst werden diese Produkte für Kunden von Luxus-Modeherstellern verfügbar sein. Der Preis für die elektronische Ware ist entsprechend hoch. Die Modefirma CuteCircuit verkauft Sport-Shirts, die beim Laufen glühen können für etwa 120 Euro. Mini-Röcke und Kleider, die das Muster wechseln können, kosten dafür schon mehrere Tausend Euro.

Noch sind die Preise für die Massen zu hoch und die Designs der Kleidungsstücke noch zu grob. Tommy Hilfinger vertreibt bereits eine Jacke, mit Solar-Kollektoren, mit der man unterwegs das Smartphone oder das Tablet aufladen kann. „Wenn die Preise fallen und die Technik unsichtbarer wird, wird die Attraktivität der smarten Kleidungsstücke für die Konsumenten zunehmen“, sagt Karinna Nobbs, Dozentin an der British School of Fashion. Auf der Fashion Week in London stellen Moderhersteller diese Woche ihre smarten Produkte vor.

Kommentare

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  1. Thomas sagt:

    Dinge, die die Welt nicht braucht…

  2. Bernhard sagt:

    Braucht das jemand wirklich? Für mich zeigt auch dieser Beitrag, dass die Wachstumsphilosophie nicht endlos ist.