Dollar und Rubel senken Gewinn bei Puma

Der Sportausrüster Puma erreicht sein Gewinnziel 2014 nur knapp. Der starke Dollar und der schwache Rubel führen dazu, dass der Umsatz stagniert. Zudem steigert Puma seine Werbeausgaben und muss Sportler wie Usain Bolt, Mario Balotelli und Sängerin Rihanna bezahlen.

Puma kommt nicht so schnell wieder auf die Beine wie erhofft. Weil der US-Dollar als Einkaufswährung immer teurer wird, während in wichtigen Absatzmärkten der russische Rubel, der mexikanische Peso und der brasilianische Real deutlich an Wert verlieren, büßt Sportausrüster auf seinem Erholungskurs Gewinn ein. „Eine ganze Reihe von Währungen läuft gegen uns“, sagte Vorstandschef Björn Gulden am Montag zur Bilanzvorlage. Der größere Rivale Adidas kämpft mit den gleichen Problemen. Gulden warb erneut um Geduld: „Wir wissen, dass die Trendwende bei Puma noch etwas Zeit benötigen wird, aber 2014 markiert einen Wendepunkt.“

Der frühere Profifußballer aus Norwegen war vor anderthalb Jahren angetreten, um den träge gewordenen Konzern umzukrempeln und wieder auf Wachstum zu trimmen. Der Sportausrüster hatte sich mit Lifestyle-Kleidung und einer überbordenden Produktpalette verzettelt. Gulden verordnete Puma eine Rückbesinnung auf den Leistungssport.

Doch aufgrund der langen Vorlaufzeiten in der gesamten Branche kommen die unter Guldens Regie entworfenen Kollektionen erst jetzt in den Handel, seit dem Sommer angekündigt und begleitet von der größten Werbekampagne seit Jahren. Unter dem Slogan „Forever Faster“ wirbt Puma mit dem Weltrekord-Sprinter Usain Bolt, dem Fußballer Mario Balotelli und neuerdings auch mit dem Popstar Rihanna. Hinzu kam ein Sponsoringvertrag mit dem Fußballclub Arsenal und ein Ausbau der Partnerschaft mit Borussia Dortmund. Doch Reklame und Sponsoring gehen ins Geld und belasten den Gewinn zusätzlich.

Nur knapp erreichte Puma im Gesamtjahr die eigenen Ergebnisziele. Mit einem Betriebsgewinn (Ebit) von 128 Millionen Euro erwirtschaftete der Konzern eine Umsatzrendite von 4,3 Prozent. Angepeilt hatte Gulden eine Marge von rund 4,5 Prozent. Dabei sind bereits Belastungen durch die Turbulenzen an den Devisenmärkten einkalkuliert. Der Jahresüberschuss von 64 (Vorjahr: 5,3) Millionen Euro entsprach einer Umsatzrendite von 2,2 Prozent, nachdem Gulden noch im November rund 2,5 Prozent in Aussicht gestellt hatte. Der Jahresumsatz stagnierte bei 2,97 Milliarden Euro, die Wechselkurseffekte machten einen Zuwachs von 3,3 Prozent zunichte. Gulden hielt sich zugute, dass Puma immerhin den Umsatzrückgang gestoppt hat und nicht mehr wie im Vorjahr an der Verlustzone vorbeigeschrammt ist.

Im laufenden Jahr sollen die Konzernerlöse zumindest in Landeswährungen schneller wachsen: Gulden erwartet einen Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich, wozu aber erst das zweite Halbjahr beitragen dürfte. Verglichen mit dem Geschäft zur Fußball-WM im ersten Halbjahr 2014 traut Gulden dem Konzern kein Wachstum zu. Betriebsgewinn und Überschuss dürften durch Wechselkurseffekte belastet werden und deshalb im Gesamtjahr nur leicht steigen. Dafür werde Puma seine Preise erhöhen wie bereits aktuell in Russland. Puma gehört mehrheitlich dem französischen Luxusgüterkonzern Kering, der seine Zahlen am Dienstag vorlegt.

 

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