OMV: Ölpreis bleibt langfristig tief

Der Ölpreis wird langfristig auf einem niedrigen Niveau bleiben, prognostiziert Österreichs Energiekonzern OMV. In 2014 ist der Gewinn von OMV um 70 Prozent eingebrochen. Als Reaktion senkt der Konzern die Ausgaben um 35 Prozent.

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV erwartet in nächster Zeit keinen starken Anstieg des Ölpreises. „Wir gehen davon aus, dass der Ölpreis noch einige Zeit niedrig bleiben wird“, sagte Konzernchef Gerhard Roiss am Donnerstag vor Journalisten. Von der Entwicklung des wichtigen Rohstoffes hänge auch ab, wann das Ziel einer Produktion von 400.000 Barrel pro Tag erreicht werden könne.

2015 werde für den Wiener Konzern kein einfaches Jahr. Vor allem die angepeilte stabile Dividendenpolitik bezeichnet Finanzchef David Davies als Herausforderung. OMV will weiterhin rund 30 Prozent ihres Nettogewinnes ausschütten.

Der Ölpreis-Verfall und millionenschwere Abschreibungen haben am Gewinn des österreichischen Erdöl- und Gaskonzerns OMV genagt. Um die Aktionäre nicht zu vergraulen, soll dennoch eine stabile Dividende von 1,25 Euro je Aktie ausschüttet werden, teilte OMV am Donnerstag mit.

Unter dem Strich wies der Konzern 2014 einen Gewinnrückgang von 69 Prozent auf 357 Millionen Euro aus. Im vierten Quartal kam es zusätzlich zu Sonderbelastungen von rund 700 Millionen Euro, vor allem Abschreibungen auf das türkische Tankstellengeschäft und bei dem zur rumänischen Tochter Petrom gehörenden Gaskraftwerk Brazi schlugen dabei zu Buche. Zudem machten dem Unternehmen Lieferausfälle in Libyen zu schaffen. In Friedenszeiten erwirtschaftet OMV rund zehn Prozent des Öls in dem krisengebeutelten nordafrikanischen Land. Eine höhere Produktion in Norwegen konnte dies zwar abfedern. Doch hier sind die Kosten höher als in Libyen. OMV hatte 2013 für rund zwei Milliarden Euro Öl- und Gasfelder in der Nordsee gekauft.

Die Ölproduktion war im Vorjahr trotz der Lieferausfälle in Libyen auf 309.00 (Vorjahr: 288.000) Barrel pro Tag gestiegen. Doch wegen des Preisverfalls ist der Rohstoff weniger wert. Dadurch sinken die Erträge der Ölfirmen, denen dann weniger Geld für Erschließung und Ausbeutung von Öl- und Gasquellen zur Verfügung steht. Firmen wie BP, Royal Dutch Shell oder Exxon Mobil senken nun allesamt die Kosten.

Auch OMV stutzte als Reaktion auf den Ölpreis-Verfall bereits im Januar den Ausgabenplan um bis zu 35 Prozent. Bis 2017 sollen nun durchschnittlich 2,5 bis drei Milliarden Euro pro Jahr investiert werden. Damit musste sich OMV auch von dem für 2016 angestrebten Produktionsziel von 400.000 Barrel pro Tag verabschieden. 2015 will der Konzern rund 2,5 bis 2,8 Milliarden Euro ausgeben. Für die Produktion von Öl und Gas sieht das Unternehmen für 2015 eine Bandbreite von 300.000 bis 340.000 Barrel pro Tag.

Der für Analysten wichtige um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS Ebit) stieg im Schlussquartal um 23 Prozent auf 545 Millionen Euro. Damit schnitt OMV besser ab als erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 487 Millionen Euro gerechnet. Die Experten begründeten dies in einer ersten Reaktion mit einem über den Erwartungen liegenden Raffineriegeschäft. Bei der Weiterverarbeitung von Rohöl zu Treibstoffen stieg die Marge im vierten Quartal auf 5,19 (Vorjahr: 1,16) Dollar je Barrel.

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  1. karl sagt:

    Hauptgeschäft der ÖM>V ist die Verbrennung von Erdöl, das ist als ungeheuerliche Verschwendung, ein Verbrechen an der Menschheit. Dabei bleibt es unerheblich ob der Preis hoch oder niedrig ist.
    Der Verschwendung von Erdöl ist Einhalt zu gebieten und die OMV> hat dies zu berücksichtigen!