Startup „Jet.com“ drückt die Preise im Online-Handel

Internet-Unternehmer Marc Lore hat 220 Millionen Dollar gesammelt, um Amazon mit einer neuen Shopping-Seite Konkurrenz zu machen. Das neue daran: Die Preise sind dynamisch. Lore will mit der Seite „Jet.com“ Amazon systematisch unterbieten und den Internet-Giganten damit Marktanteile wegschnappen. Die Idee könnte den gesamten E-Commerce-Bereich auf den Kopf stellen.

Das Technik-Unternehmen Jet.com erhält Millionen von US-Dollar von Investoren aus der ganzen Welt und will damit den Onlinehandel auf den Kopf stellen. Investoren suchen händeringend nach dem nächsten großen Trend.  Das geplante E-Commerce-Projekt Jet.com von Internet-Unternehmer Marc Lore konnte so bereits 220 Millionen Dollar einnehmen. Die Idee: Eine Online-Handelsportal, das die Preise von Millionen von Produkten senken soll.

Die Investoren können noch gar nicht genau wissen, ob sich die Geschäftsidee – eine neue Online-Shopping-Seite, die Amazon Konkurrenz machen wird – am Markt durchsetzen wird. Ein Investor sagt dem Tech-Blog re/code: „Wenn man sich anschaut, wie viel Geld da von dem Start schon zuammmenkommt, dann klingt das absurd.“ So kann die nächste große Investmentblase entstehen.

Doch der Kontext ist entscheidend. Gründer Marc Lore hat bereits einige Projekte erfolgreich gestartet, unter anderem Diapers.com und Soap.com. Beide Seiten wurden bereits 2011 für 545 Millionen US-Dollar an Amazon verkauft, berichtet der Business Insider. Amazon ließ sich in einen Preiskrieg verwickeln und musste die Firma schließlich aufkaufen. Investoren werden da hellhörig, wenn Lore von einer neuen Seite im Bereich E-Commerce spricht, die Produkte im Netz billiger machen sollen.

Jet.com soll funktionieren wie Amazon, nur mit dynamischen Preisen. Wenn ein Kunde in der Nähe eines Warenhauses wohnt, sinkt der Preis für das gewünschte Produkt. Wer sich ein Jahresabo für Jet.com kauft, der bekommt eine Garantie, dass die Preise über Jet.com niedriger sind als bei Amazon. Diese Preisgarantie will Lore für Millionen von Produkten abgeben. Das ist eine wirkliche Neuheit im Online-Shopping.

Die Preise werden in Echtzeit angepasst. Die Datengrundlage dafür sind die Daten der Einkaufswaren der Nutzer. Je mehr Nutzer einen bestimmten Artikel in den Warenkorb packen, desto beliebter ist dieser Artikel und desto stärker kann er beworben werden. Wenn die Nutzer erst einmal davon überzeugt sind, dass Jet Geld spart, dann werden sie auch dazu bereit sein, eine Gebühr für das Portal zu zahlen.

Auch der Fahrdienst Uber hat bereits vor seiner Existenz einen großen Betrag an Kapital generiert. Nun ist das Unternehmen dabei, neben dem Fahrdienst einen Lieferservice in Los Angeles und Barcelona zu etablieren. Investoren schauen immer auf das, was als nächstes kommen wird.

Ein weiteres Beispiel ist die App „Yo“. Damit kann man Freunden das Wort „Yo“ auf das Smartphone schicken. Diese simple Idee generierte ein Startkapital von mindestens fünf Millionen Dollar.

Es gibt aber Risiken, die mit dem Sammeln von so viel Kapital verbunden sind. Einige Startups sind unter der Last der Erwartungen gescheitert. Für den Erfolg von Jet.com gibt es keine Garantie.

Doch für das Geschäftsmodell mache das Sammeln von derart hohem Risikokapital Sinn. Einem anonymen Investor zufolge gibt es zwei Arten von Startups: Solche mit Produkten für Konsumenten und solche mit Produkten, die das gesamte Internet verändern. Instagram, Snapchat und Twitter brauchten nicht viel Startkapital, erst als die Unternehmen gewachsen sind, brauchten sie Kapital um Server zu warten, Personal einzustellen und Wachstum zu sichern.

Mit Jet.com ist es wie mit Produkten für Bildung, Finanzen oder das Gesundheitssystem. Der Versuch, die Preisfindung im Internet zu verändern kann den gesamten E-Commerce-Markt verändern. Das Risiko ist entsprechend groß. Aber man braucht so viel Startkapital, um Amazon Marktanteile streitig zu machen.

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