Bitkom warnt Unternehmen vor „Cybergangstern und Geheimdiensten“

Jede dritte Firma wird Opfer von Cyberattacken. Besonders gefährdet sind kleine und mittlere Unternehmen. Die Angreifer suchen nach Betriebsgeheimnissen wie Patenten ode sensiblen Finanzdaten. Große Unternehmen können die Attacken leichter abwehren.

Fast jedes dritte Unternehmen in Deutschland wurde einer Studie zufolge in den vergangenen zwei Jahren Opfer eines digitalen Angriffs. Kleine und mittelständische Unternehmen seien stärker von IT-Sicherheitsvorfällen betroffen gewesen als große, erklärte der Präsident des Digitalverbands Bitkom, Dieter Kempf, am Mittwoch in Berlin. „Deutsche Unternehmen sind zu einem attraktiven Ziel für Cybergangster und ausländische Geheimdienste geworden“, sagte er. Umso wichtiger sei es, dass Firmen ihre Sicherheitsvorkehrungen auf dem neuesten Stand hielten und regelmäßig in den Schutz der IT-Systeme investierten.

Befragt wurden in der Bitkom-Studie 458 Geschäftsführer und IT-Verantwortliche in Unternehmen ab 20 Mitarbeitern. Die Umfrage sei damit repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Insgesamt verzeichneten 30 Prozent der Unternehmen in den vergangenen 24 Monaten Sicherheitsvorfälle. Bei fast zwei Drittel (65 Prozent) seien diese „vor Ort“ verursacht worden, etwa indem Mitarbeiter Daten geklaut oder infizierte Datenträger eingeschleust haben. 40 Prozent der Unternehmen verzeichneten Angriffe auf ihre IT-Systeme über das Internet.

Während bei Firmen mit 20 bis 499 Mitarbeitern fast jedes dritte Unternehmen betroffen war, ist es bei Firmen ab 500 Mitarbeitern nahezu jedes fünfte. „Große Unternehmen sind zwar häufiger Angriffsziel, können die Attacken aber aufgrund ihrer personellen, finanziellen und technischen Ressourcen besser abwehren“, sagte Kempf.

Begehrt bei Hackern und ausländischen Geheimdiensten seien insbesondere innovative Mittelständler mit ihrem Know-how in bestimmten Märkten und Technologien. Neben Patenten, Bauplänen oder Konzepten für Produkte und Dienste könnten auch Marketing-Aktionen, Kundendaten, Produktionspläne oder Mitarbeiterprofile von Interesse sein.

Das Bundeskabinett hatte im Dezember einen Entwurf für ein IT-Sicherheitsgesetz auf den Weg gebracht, mit dem wichtige Wirtschaftsbereiche durch Meldepflichten und strengere Sicherheitsstandards vor Cyberattacken geschützt werden sollen.

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